Art der paranoischen Auffassung.
Es ist doch wahrhaftig ein ungeheuerlicher Gedanke, dass Hume den ihm persönlich unbekannten Rousseau deshalb verleitet habe, mit nach England zu kommen, um ihn daselbst mit Anwendung der widersinnigsten Mittel zu„entehren‘“. Viele der Umstände, die Rousseau als Indicien anführt, sind so leicht zu deuten, dass Rousseau ohne krankhafte Verblendung sie nicht missdeuten konnte. Es ist kaum denkbar, dass Rousseau nicht schon in Paris gewusst habe, wie sehr der Weltmann Hume mit allen literarischen Berühmtheiten und auch‘ mit den Feinden Rousseau’s, Voltaire, d’Alembert u. s. w. verbunden war. Statt sich zu wundern über die Angriffe, die er in London erfuhr, hätte Rousseau, dem die Denkungsweise und der Einfluss seiner Gegner sehr wohl bekannt waren, in den Spottschriften die natürliche Reaction gegen seinen glänzenden Empfang in London erkennen sollen. Es ist gar nicht zu bezweifeln, dass Voltaire’s Neid und Hass durch die Ehren, die Rousseau bezeigt worden waren, auf’s Aeusserste gereizt wurden und den Sturm gegen Rousseau erregten. Auch das konnte Rousseau kaum entgehen, dass das Verhältniss zu seiner Haushälterin in der englischen Gesellschaft Anstoss erregte, und dass deshalb Manche eine andere Miene zeigten, als Therese nachgekommen war. Dass Hume, den man übrigens in Paris auf das angebliche Misstrauen Rousseau’s aufmerksam gemacht hatte, auf die Andeutungen Rousseau’s über seine Besorgnisse kein Gewicht legte und einer Auseinandersetzung aus dem Wege ging, das konnte Rousseau wohl befremden und ihn ein
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