Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
170
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Unglück und Beginn der Krankheit.

schlechtes Gewissen Humes vermuthen lassen, aber es komnte ihn in keiner Weise berechtigen, den teuf­lischen Plan, den er Hume unterlegte, für erwiesen zu halten. Ausser diesen allgemeinen Erwägungen ist auf die einzelnen Wendungen des Briefes hinzuweisen, die ich oben in Anführungstrichen wiedergegeben habe. Ich glaube, dass auch den Laien ihr Krankhafter Charakter nicht zweifelhaft sein werde. Ich verweise beispielsweise auf die Ausführungen über die Pension­angelegenheit, mit der Hume denHauptschlag führte. Endlich sind von ganz besonderer Bedeutung die beiden Erzählungen über die Scene am Kamin und über den nächtlichen Ausruf Humes. Sie allein, glaube ich, wür­den den Fachmann stutzig machen, denn dass Blick und Stimme der verdächtigen Personen von geheimniss­voller Bedeutung werden, dass sie einen unerklärlichen Schauder hervorrufen, das ist der Paranoia eigen.

Wir werden von nun an sehen, wie in Rousseaus Leben gleich Wellenbergen und Wellenthälern Zeiten der Aufregung und solche der Ruhe einander ablösen. Die heftige Erregung in der Humeschen Angelegenheit ist der erste Wellenberg. Der Sturm legte sich wieder, aber was in ihm entstanden war, das blieb in der Haupt­sache bestehen: Die Vorstellung des ebenso mächtigen wie geheimnissvollen Complotes, dessen Opfer er war, verliess Rousseau nicht wieder. Auch blieb er voll­kommen davon überzeugt, dass seine Auffassung und seine Handlungsweise Hume gegenüber durchaus richtig gewesen seien.

Laien pflegen sehr für eine psychologische Er­