Hume’s unrichtiges Verhalten.
einem der bedeutendsten Menschen seiner Zeit machte, zeigte bei dem Bruche mit Rousseau Charaktereigenschaften, die die Achtung für ihn in hohem Grade beeinträchtigen. Nachdem er Rousseau’s Brief vom 23. Juni empfangen, schrieb er sofort an Rousseau’s Feind, den Baron Holbach:„mein lieber Baron, Rousseau ist ein Hallunke“, und forderte Holbach auf, diese Nachricht in Paris zu verbreiten. In der That verbreitete sich die Nachricht von dem Streite zwischen Rousseau und Hume wie ein Lauffeuer diesseits und jenseits des Kanals.„Wäre von England der Krieg an Frankreich erklärt worden, das Aufsehen hätte nicht grösser sein können“. Bald erschien ein„gedrängter Bericht“ Hume’s über seine Sache, der zwar voller Lügen steckt, aber geschickt genug abgefasst war, um fast überall Glauben zu finden. Rousseau’s„maassloser Stolz“, seine„Undankbarkeit“, seine„Heuchelei“ wurden feststehende Glaubenssätze, und sind es zum Theile heute noch. Die französische Ausgabe des Hume’schen Berichtes wird von einer Hume verherrlichenden Vorrede begleitet, an der nachgewiesenermaassen d’Alembert mitgearbeitet hat. Der grosse Mathematiker entblödete sich später nicht zu schreiben:„Jean-Jaques ist eine wilde Bestie, man darf sie nur hinter Eisenstäben und mit einem Stocke anrühren“. In Zeitungsaufsätzen, in Flugschriften und in Briefen tobte von allen Seiten die Feindschaft gegen den unglücklichen Rousseau. Er liess den Sturm dahinbrausen, seufzte und schwieg. Mehr und mehr sah er die Zahl seiner Freunde schwinden. Waren ihm die Damen Boufflers