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Die angebliche Vergiftung Dupepyrou’s.
gleicht“. Der Arzt kam und verordnete einen Trank von dunkelgrauer Farbe.„Diese Farbe machte ihn sehr betroffen. Er nahm die Tasse und sagte, indem er mich fest ansah: Ich nehme sie mit grossem Vertrauen. Ich sah aber an seiner Miene, wie wenig diese Versicherung der Wahrheit entsprach. Dieser Blick erschütterte mich. Meine Seele, zugleich verletzt, empört und gehoben, war daran, in helle Zornesflammen auszubrechen“. Der Arzt fand den Kranken nach dem Einnehmen besser, dieser aber behauptete, sich schlechter zu befinden. Die Klagen des Kranken und seines Dieners brachten Rousseau in die grösste Aufregung, er umarmte Dupeyrou schluchzend und brachte nur unverständliche Laute hervor. Dupeyrou wies die Liebkosungen mürrisch zurück.„Der Barbar wagte es, mir vorzuwerfen, dass ich den Augenblick seiner grössten Schwäche wähle, um ihn in eine Erregung zu versetzen, die ihn vollends tödten werde... Es regte sich in mir die Besorgniss, dass dieser Unglückliche[der Diener] selbst das Verbrechen begehen möchte, das er mir anscheinend zuschreiben wollte. Und dieser schwarze Verdacht gewann plötzlich eine solche Macht, dass ich beschloss, beständig bei dem Kranken zu bleiben und über Alles zu wachen, was er ihm geben würde. Auch wich ich bis Mitternacht nicht aus dem Zimmer. Nicht lange indess und ich begann, mein Unrecht zu empfinden und mich seiner zu schämen. Ueberzeugt, dass dieser Mann ein Schurke, aber kein Giftmischer ist, werde ich es mir stets zum Vorwurfe machen, dass ich einen Diener des abscheulichen Frevels habe zeihen
Möbius, Rousseau, 13
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