Schloss Trye.
können, dessen mich mein Freund ohne Scheu in seinem Herzen angeklagt hat“.
Diese ganze Schilderung, die einer Erklärung wohl nicht bedarf, ist in hohem Grade kennzeichnend für Rousseau’s Zustand. Dem Wahne, für einen Giftmischer gehalten zu werden, werden wir später wieder begegnen. Dass Rousseau seinen Freund für vorübergehend geisteskrank hielt, hinderte ihn, mit ihm zu brechen. Er bewahrte ihm seine Achtung und setzte den freundlichen Verkehr fort. Doch war das Verhältniss abgekühlt, und der Besuch Dupeyrou’s blieb für Rousseau eine bittere Enttäuschung. Dupeyrou scheint nach seiner Genesung Rousseau’s Zustand richtig beurtheilt zu haben, aber er verstand nicht recht, den Kranken zu behandeln, sprach von„Kindereien“ und verletzte durch Widersprechen.
Nach Dupeprou’s Abreise begannen die Verdriesslichkeiten mit den Schlossbewohnern von Neuem. Die Leute, die über ihn verfügten, schrieb Rousseau an Dupeyrou, gestatteten ihm nicht, spazieren zu gehen. Man hetze die ländliche Bevölkerung gegen ihn auf. Zwar wage man nicht mehr, zu behaupten, wenn einer eingesperrt wird, Rousseau sei Schuld daran, aber man verschliesse und verbarricadire die Zugänge zum Schlosse und erkläre, es geschehe auf Rousseau’s Antrieb. Bei zwei Ausgängen habe er die Wirkung dieser Gerüchte verspürt. Das Bewusstsein, ganz in der Macht seiner Feinde zu sein, drücke Rousseau zu Boden, „Das Herz ist bewegt, der Kopf in Unordnung, alle Kräfte sind geschwunden, ich bin ausser Stande, irgend