Rousseau’s Thätigkeit in Schloss Trye.
etwas mit Sorgfalt zu schreiben“.„In dem Grade, in dem meine Schwäche und meine Muthlosigkeit zunehmen, wächst auch meine Trägheit. Aller Trieb zur Thätigkeit ist mir erstorben. Ich habe zu nichts mehr Lust, selbst nicht zum Spazierengehen. Beschränkt auf das sehr ermüdende Geschäft, aufzustehen und zu Bette zu gehen, finde ich auch das noch zuviel; im Uebrigen bin ich gar nichts“. Das ist nun nicht so wörtlich zu nehmen; was Rousseau„Trägheit“ nennt, würde bei einem Anderen angestrengte Thätigkeit sein. Er gab zu dieser Zeit sein„Wörterbuch der Musik“ heraus, er vollendete die erste Hälfte der Bekenntnisse, er trieb eifrig botanische Untersuchungen und studirte botanische Bücher, er las Romane, Reisebeschreibungen und Aehnliches, er führte einen nicht unbedeutenden Briefwechsel. Auf das Lebhafteste erregten ihn die Genfer Streitigkeiten, und er wurde nicht müde, seinen Freunden Versöhnlichkeit zu empfehlen, seinen Einfluss nach verschiedenen Richtungen hin zum Vortheile des Friedens geltend zu machen. Während Genf zeitweise von Truppen eingeschlossen war, schickte er (bei einem Jahreseinkommen von etwa 1300 Francs) 350 Francs, um die Noth des Volkes lindern zu helfen. Als endlich eine Aussöhnung zwischen den streitenden Parteien erfolgt war, erfüllte ihn dies mit der innigsten Freude. Es ist bemerkt worden, es befremde, zu sehen, wie Rousseau gleichzeitig in der Beurtheilung seiner eigenen Verhältnisse im Dunkeln tappt und den Welthändeln gegenüber einen klaren, sicheren Blick bewahrt. Doch liegt dies eben in der Natur des Wahnes
li
rn