Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
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Schloss Trye.

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setzen. Ein solcher Vertrag aber lässt vermuthen, dass Conti Verpflichtungen gegen dritte Personen ein­gegangen war. Darauf weist auch die grosse Aengst­lichkeit des Prinzen hin, mit der er Rousseau häufig zur Vorsicht mahnt, und die, wie die späteren Er­fahrungen zeigten, eigentlich überflüssig war.

In Trpye wurde es immer ärger. Der Schlossvogt Dechamps, den Rousseau für den schlimmsten seiner Verfolger hielt, erkrankte an der Wassersucht. Rous­seau schickte ihm Wein, Gebäck und eine Fischspeise. Bald aber glaubte er aus einigen Worten, die Dechamps über die Fischspeise geäussert hatte, schliessen zu müssen, dass der Kranke sammt seiner Umgebung den Argwohn hegte, Rousseau habe ihn durch den Fisch vergiften wollen. Zwar lebte Dechamps noch ziemlich lange, als er aber endlich gestorben war, gerieth Rous­seau ausser sich.Alles, was ich an diesem Tage sah und hörte, die zweideutigen Reden des Intendanten, des Bohners, des Perrückenmachers, die dumpfen Ge­rüchte, die sich in der Nachbarschaft verbreiteten, das Benehmen, das der Verstorbene in den letzten Tagen gegen mich beobachtet hatte, Alles sagte mir, dass ich beschuldigt werde, ihn umgebracht zu haben. Am nächsten Morgen schrieb ich dem Intendanten, um die Oeffnung des Leichnams vorzuschlagen. Er lehnt das entschieden ab. Auf diese Weigerung hin fasse ich den Entschluss, mich an den Maire zu wenden. Der Brief, den ich ihm für seine Hoheit den Prinzen zustellte, ent­hielt die Erklärung, dass ich mich zur Vollstreckung des gegen mich erlassenen Parlamentbeschlusses in Paris

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