Bourgoin.
zimmers geschrieben. Er vergass, das Geschriebene wegzulöschen, und fürchtete nun, es möchte von den Feinden gefunden und entstellt werden. Deshalb schrieb er dieselben Gedanken noch einmal auf Papier nieder und schickte diese Aufzeichnungen an eine Freundin in Lyon. Danach fürchtet er nichts von den Königen und Grossen, erwartet aber auch von den Gutgesinnten keine Hilfe. Als seine’ Bedränger, Verfolger und Verräther bezeichnet er alle Beamten, insbesondere die Genf’s, die Priester, die Philosophen, Schriftsteller und Schöngeister, die bethörten Volksmengen und die von d’Alembert und Grimm eingenommenen Weiber. Man sieht aus diesem Schriftstücke, wie rasche Fortschritte sein Wahn gemacht hatte. Anfangs spricht er nur zögernd den Verdacht aus, dass einzelne Personen sein Verderben beabsichtigen. Dann glaubt er an das Complot seiner persönlichen Feinde, deren Einfluss ihm immer grösser erscheint, deren Helfershelfer immer zahlreicher werden. Jetzt sieht er schon in dem grösseren Theile der menschlichen Gesellschaft seine Feinde und Verfolger. Auch die oben erwähnte leise Drohung ist bedeutsam; in ihr zeigt sich zum ersten Male die Absicht, den Verfolgern entgegen zu treten. Anfänglich wollte Rousseau in Bourgoin nicht bleiben, sondern nach Grenoble zurückkehren, doch eine neue Teufelei, die von hier auszugehen schien, belehrte ihn, dass„es reiner Wahnsinn sein würde, sich freiwillig in eine solche Falle zu begeben“. Er erhielt nämlich von Bovier am 23. August die Nachricht, dass ein Gerber, ein gewisser Thevenin, behaupte, vor
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