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Der Betrüger Thevenin.
etwa zehn Jahren in der Nähe Neuenburg’s mit Rousseau zusammengetroffen zu sein und ihm neun Franken geliehen zu haben. Diese Meldung empörte Rousseau auf das Tiefste. Er hatte vor zehn Jahren in‘ Montmorency gelebt, hatte seinen angeblichen Gläubiger nie gesehen. Es war zweifellos: der Betrüger Thevenin war ein Werkzeug seiner Feinde und von diesen abgesandt, um Rousseau’s Ehre einen Makel anzuthun. Die Sache war wichtig, denn vielleicht gelang es hier, die geheimen Umtriebe aufzudecken. Rousseau bat daher Herrn de la Tonnerre, sich der Angelegenheit anzunehmen und den Betrüger zu verhören. Er werde nicht nach Grenoble zurückkehren, ehe nicht die Urheber dieses Schurkenstückes aufgefunden seien.„Mitten unter Menschen lebend, die diese schamlose und als solche klar erwiesene Schurkerei angestiftet haben, muss ich darauf gefasst sein, mich unaufhörlich durch neue Fälscher gepeinigt zu sehen, die durch dieselben Leute abgerichtet und durch die Freilassung des ersten ermuthigt werden“. Der Gouverneur. brachte aus Thevenin nicht viel heraus, denn dieser blieb dabei, dass er einem gewissen Rousseau das Geld geliehen habe. Er müsse es Rousseau anheimstellen, schrieb der Gouverneur, selbst nach Grenoble zu kommen und persönlich den Betrüger zu entlarven. Obwohl dieser Vorschlag Rousseau höchst verdächtig vorkam, leistete er ihm doch Folge. Als er nach Grenoble kam, war der Gouverneur verreist und Rousseau sah sich darauf angewiesen, in des zweideutigen Bovier Gegenwart mit Thevenin zu verhandeln,„Ich war die Beute von