Bourgoin.
tausend quälenden Gedanken, war entrüstet, empört, ausser mir, nach sechzig in Ehren verlebten Jahren allein, ohne Schutz, ohne Freund diesem Elenden gegenüber zu stehen und in den Herzen der Anwesenden... ihr geheimes Uebelwollen zu lesen“. Die Unterhandlung lieferte zwar kein Ergebniss, aber bald traf eine wichtige Nachricht ein infolge der vielen Briefe, die Rousseau nach der Schweiz und nach Paris gerichtet hatte, und in denen er seine Freunde gebeten hatte, polizeiliche Nachforschungen anstellen zu lassen. Es wurde nämlich berichtet, dass Thevenin früher wegen Betrügerei zu Pranger, Brandmarkung und Galeerenstrafe verurtheilt worden war. Nun lag es auf der Hand, dass es sich nicht um einen harmlosen Menschen, sondern um einen abgefeimten Bösewicht handelte. Der Gouverneur erbot sich, dem Thevenin Schweigen zu gebieten, und als Rousseau damit nicht zufrieden war, schlug er vor, den Schwindler mit einigen Tagen Gefängniss zu bestrafen. So aber war Rousseau’s Meinung nicht.„Ich kann nicht denken, dass Sie mich für gemein genug halten, mich an einem solchen Elenden rächen zu wollen... Was ich wünschte, war nicht seine Bestrafung, sondern sein Geständniss und dieses musste aus seiner Ueberführung hervorgehen, wenn man sie benutzt hätte, um auf die Quelle dieser Umtriebe zurückzugehen“. Tief gekränkt zog sich Rousseau zurück, denn er glaubte zu bemerken, dass die Behörden den Schwindler beschützen wollten, ja mit ihm unter einer Decke steckten.
Im Laufe des August war Therese in Bourgoin