Herr von St. Germain.
„in das Herz eines rechtschaffenen Mannes niederzulegen“. Er wendete sich an Herrn Anglancier von St. Germain, einen pensionirten Offizier, der in Bourgoin durch seine Redlichkeit, Mildthätigkeit und grosse Frömmigkeit bekannt war, und der Rousseau’s Vertrauen durch achtungsvolle Zurückhaltung erworben hatte. Der Ehrenmann nahm Rousseau’s Mittheilungen wohlwollend auf, und seine ruhige verständige Art wirkte auf den aufgeregten Kranken sehr wohlthätig. Zunächst wurde festgestellt, dass an der Grenze des Dauphine gar Niemand verhaftet worden war. Infolgedessen gab Rousseau seinen schlimmen Verdacht auf, er erklärte nun, seine Feinde hätten nur ein barbarisch-grausames Spiel getrieben. Mehr und mehr beruhigte er sich. In einem Briefe vom 21. November giebt er zu, dass „gewisse Entdeckungen durch seine erregte Einbildung vielleicht allzusehr aufgebauscht worden seien“.„Ich bin wieder ganz ruhig, ich bin zufrieden mit mir und ich hoffe, es immer zu bleiben, da mir die Menschen nichts mehr thun können, worauf ich nicht gefasst und vorbereitet wäre“, In Beziehung auf Thevenin aber gab er nicht nach.„Sie sagen mir, heisst es in einem Briefe, dass meine Feinde zu viel Geist haben, um eine so alberne Verleumdung zu ersinnen. Vielleicht haben sie mehr, als Sie denken. Es kam ihnen darauf an, zu sehen, wie ich mich einem falschen Zeugen gegenüber verhalten würde, und deshalb diente die absurdeste Anklage ihren Zwecken am besten... Man weiss nun, dass ein Betrüger mich in Verwirrung bringen kann, und das ist etwas“. Der Sturm hatte sich gelegt, aber