Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
217
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A

Der Brief an Therese.

geben. Er wollte ausreichend für alle ihre Bedürfnisse sorgen. Die Reise, die er vor sich hat, wird weder lang, noch an sich gefährlich sein, aber es ist doch möglich, dass er nicht zurückkehrt. Dann möge sie nicht etwa glauben, dass er selbst seinem Leben ein Ziel gesetzt habe. Wird sie Wittwe, so soll sie Monquin so bald wie möglich verlassen. Sie soll sich vor den Mönchen hüten und die Nähe der Grossen, mehr noch die der Gelehrten und Schriftsteller meiden. Dagegen wird ihr Herr von St. Germain eine Stütze sein. Von seinen früheren Freunden ist Duclos der einzige, dem sie vertrauen darf. Die Freundinnen sind alle falsch, bis auf Frau Dupin und Frau von Chenonceaux. Dieser Brief ist der einzige, der auf eheliche Streitigkeiten hindeutet. Es ist wohl zu begreifen, dass Therese, die ganz auf Rousseaus Umgang beschränkt war, sich mit dem kranken Manne, den sie nicht begriff, zuweilen unglücklich fühlte und ihm über sein seltsames Ver­halten Vorwürfe machte. Immerhin muss.die Ver­stimmung nur vorübergehend gewesen sein, da sowohl vor wie nach dem in Rede stehenden Briefe der ehe­liche Frieden als ganz vollkommen erscheint. Es ist sehr bemerkenswerth, dass Rousseaus Misstrauen sich niemals gegen Therese gewendet hat. Auchin seiner schlimmsten Zeit hegt er unbedingtes Vertrauen zu ihrer Ehrenhaftigkeit, und der Gedanke, sie könnte es mit seinen Feinden halten, scheint ihm nie gekommen zu sein.

Von seinem botanischen Ausfluge kehrte Rousseau verstimmt zurück, denn seine Versuche, unbefangen