Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
220
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Monquin,

geschobenen Bemerkungen über die gegenwärtige un­glückliche Lage des Verfassers da wären, würde von seinem Gemüthszustande kein Leser eine Ahnung er­halten. Und doch waren zu dieser Zeit Rousseaus Anschauungen über sein Verhältniss zu den Menschen schon ungefähr dieselben, die in denGesprächen ihren'erschreckenden Ausdruck gefunden haben. Das System seines Wahnes hat Rousseau zwar später noch weiter ausgearbeitet und er hat später aus ihm prak­tische Forderungen gezogen, an die er 1770 noch nicht dachte, aber im, Wesentlichen war es in Monquin fertig, und merkwürdigerweise hat diejenige Stelle der Ge­spräche, an der sich Rousseaus Wahn am handgreiflich­sten ausspricht, an der er sozusagen herabsinkt zu den Vorstellungen von geheimnissvollen mechanischen Vor­richtungen, schon ihr Vorbild in den Bekenntnissen. Es heisst in der Einleitung zum siebenten Buche:Die Decke, unter der ich sitze, hat Augen, die Wände, die mich einschliessen, haben Ohren: umringt von Spionen und feindseligen, wachsamen Aufpassern, unruhig und zerstreut werfe ich in Hast ein paar abgerissene Worte auf das Papier... In den Gesprächen aber sagt Rousseau von sich:Sobald er sich irgendwo nieder­lässt, werden die Wände, die Fussböden, die Thür­schlösser... in passender Weise eingerichtet, Widmete Rousseau in diesem Winter auch den grössten Theil seiner Gedanken und seiner Zeit der Vertheidigung seiner bedrohten Ehre, so blieb er doch im Stande, auch nach anderer Richtung hin thätig zu sein. Der persönliche Umgang war zwar sehr be­