Monquin,
geschobenen Bemerkungen über die gegenwärtige unglückliche Lage des Verfassers da wären, würde von seinem Gemüthszustande kein Leser eine Ahnung erhalten. Und doch waren zu dieser Zeit Rousseau’s Anschauungen über sein Verhältniss zu den Menschen schon ungefähr dieselben, die in den„Gesprächen“ ihren'erschreckenden Ausdruck gefunden haben. Das System seines Wahnes hat Rousseau zwar später noch weiter ausgearbeitet und er hat später aus ihm praktische Forderungen gezogen, an die er 1770 noch nicht dachte, aber im, Wesentlichen war es in Monquin fertig, und merkwürdigerweise hat diejenige Stelle der Gespräche, an der sich Rousseau’s Wahn am handgreiflichsten ausspricht, an der er sozusagen herabsinkt zu den Vorstellungen von geheimnissvollen mechanischen Vorrichtungen, schon ihr Vorbild in den Bekenntnissen. Es heisst in der Einleitung zum siebenten Buche:„Die Decke, unter der ich sitze, hat Augen, die Wände, die mich einschliessen, haben Ohren: umringt von Spionen und feindseligen, wachsamen Aufpassern, unruhig und zerstreut werfe ich in Hast ein paar abgerissene Worte auf das Papier...“ In den Gesprächen aber sagt Rousseau von sich:„Sobald er sich irgendwo niederlässt, werden die Wände, die Fussböden, die Thürschlösser... in passender Weise eingerichtet“, Widmete Rousseau in diesem Winter auch den grössten Theil seiner Gedanken und seiner Zeit der Vertheidigung seiner bedrohten Ehre, so blieb er doch im Stande, auch nach anderer Richtung hin thätig zu sein. Der persönliche Umgang war zwar sehr be