Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
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Paris.

tauchen unter und setzen ihr unterirdisches Werk fort, ohne dass ich sie entdecken könnte... Das wundert ihn schliesslich nicht, dass aber die ganze Gesellschaft sich mit jenen Bösewichtern verbunden hat, das ist erstaunlich. Er konnte es nicht glauben und hat tausend Versuche gemacht, um Einen Aufrichtigen zu finden. Kaum hat er in demallgemeinen Delirium Einen gefunden, der ihn nicht durch fade Schmeicheleien zu bethören suchte.Hätten sie mich geflohen oder offen misshandelt, ich hätte sie und mich beklagt, aber ich hätte sie noch achten können. Ihre gemeine Heuchelei aber macht sie verächtlich. Alle Versuche, das nieder­trächtige Verhalten sonst ganz ehrenwerther Leute gegen ihn zu erklären, sind gescheitert, seine Zeit­genossen sind ihm unbegreiflich. Da er nicht zu hassen vermag, bleibt ihm nichts übrig, als sie zu ignoriren. Er sucht sie nicht und er flieht sie nicht. Wollte er die Menschen besuchen, so würde er seinerseits heucheln. Er besucht daher Niemand mehr und zu seinem Bedauern kann er auch mit Madame keine Aus­nahme machen.

Auffallend ist, dass der kranke Mann eine viel­seitige geistige Thätigkeit entfaltete. Sie bezog sich im Wesentlichen auf drei Gebiete: die Botanik, die Musik und die Politik. Rousseau botanisirte fleissig in der Umgebung von Paris, er legte mit Sorgfalt und Kunstfertigkeit Herbarien an, er studirte botanische Bücher und verfasste eine Reihe botanischer Abhand­lungen. Als solche sind viele seiner Briefe anzusehen. Insbesondere schrieb er an Frau Delessert, eine Dame,

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