Botanik und Musik.
die ihrem Töchterchen Pflanzenkenntniss beibringen wollte, vom 22. August 1771 bis zum 2. Mai 1773 acht „lettres Elementaires sur la botanique“. Diese sind nach Jansen„der erste mustergiltige Leitfaden für den Jugend- und Selbstunterricht in der Botanik“.„Linne erhob die Botanik zum Range einer schönen und philosophischen Wissenschaft, Rousseau machte sie zu einem anziehenden und sittlich bildenden Gegenstande des Jugendunterrichtes‘“. Viele andere Briefe behandeln botanische Gegenstände, wenn auch nicht in spstematischer Weise. In diesen allen zeigt sich Rousseau klar, gelassen, liebenswürdig. Es ist, als ob die Berührung mit der Natur die Schatten des Irrsinns vertriebe und die gesunde Individualität wieder erstehen liesse. In den Jahren 1771 und 1772 begann Rousseau ein„Dictionnaire de botanique“ zu schreiben. Es ist zwar nicht vollendet worden, war aber trotzdem nach Jansen„nicht nur für seine Zeit und für Frankreich, sondern auch auf lange hin und für die gesammte wissenschaftliche Welt eine ausserordentlich bedeutende Leistung“. Rousseau wollte in seinem Wörterbuche nicht nur alle Pflanzentheile benennen, zu welchem Zwecke er besondere Zeichen, Characteres botanici, erfand, sondern auch alle wichtigeren Ausdrücke, die in botanischen Werken gebraucht werden, erklären.
Der Musik, die Rousseau seit 1762 fast ganz entbehrt hatte, widmete er sich als alter Mann mit jugendlicher Lebhaftigkeit. Als Gluck nach Paris kam, um seine Iphigenie in Aulis aufzuführen, trat Rousseau kräftig für den Reformator der Oper ein. Dieser dankte