Die Gespräche.
eine Magd, die ebensowenig zu den Philosophen gehörte, durch ein Glas Wasser erquickt hätte. Man schmeichelt ihm, um ihn zu verspotten. Man drängt sich zu ihm, um ihn ‚durch allerhand Andeutungen zu beleidigen. Man schickte ihm Einladungen über Einladungen, und wenn er in ein Haus ging, was er nicht mehr thut, so entfernte man die Tochter des Hauses, damit diese nicht der Brutalität seiner Reden und Manieren ausgesetzt sei.
Alle diese Umstände zeigen, dass man in JeanJaques nicht sowohl einen Bösewicht als einen Feind erblickt. Jenem würde man aus dem Wege gehen, man würde es verschmähen, sich mit ihm zu beschäftigen. Diesen aber verfolgt man mit unermüdlichem Hasse. Man sucht ihn mit dem grössten Eifer auf, um an ihm der Rache genugzuthun. Man überbietet einander in dem Bestreben, Jean-Jaques zu hintergehen, ihn in verborgene Schlingen zu verstricken, ihm seine Feinde zu verbergen und ihn jedes Mittels zur RechtFertigung zu berauben. Man zittert bei dem Gedanken, dass er sich vertheidigen könnte. Man beobachtet, umspäht ihn mit der grössten Sorgfalt, um ein solches Unheil abzuwenden. Man überwacht Jeden, der in seine Nähe kommt. Selbst seine Gesundheit giebt Grund zur Sorge. Man fürchtet, dass ein so rüstiges Alter die Anklage schändlicher Krankheit widerlegen möchte. Man fürchtet auch, dass er doch zu Worte kommen könnte. Das aber wäre geradezu ein öffentliches Unglück, eine Niederlage für die Gelehrten, die Aerzte, die Grossen, kurz für Jedermann.
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