Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
260
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Die Gespräche.

gegen ihn einzunehmen. Sie konnten es, denn die Philo­sophen beherrschen alles. Sie geben den Kindern ihre Erzieher, den Vätern ihre Secretäre, den Müttern ihre Vertrauten. Alles geschieht in den Familien nach ihrer Anweisung. Sie leiten im Geheimen die Schulen und ar­beiten im Sinne ihrer Gegner, der Jesuiten, indem sie an die Stelle der kirchlichen die philosophische Un­duldsamkeit setzen.

In einer anderen Zeit würde es wohl nicht mög­lich gewesen sein, eine so allgemeine Erbitterung her­vorzurufen. Aber die gegenwärtige Zeit ist recht eigent­lich eine Zeit des Hasses und des Uebelwollens. Der rücksichtlose Egoismus ist von der Philosophie auf den Thron gesetzt worden, und diese bequeme Lehre hat sich die Jugend mit grossem Eifer angeeignet. Mit derselben Herrschsucht, die die Philosophen in ihren Schriften zeigen, treten ihre Jünger im Leben auf. Aus jenen Schriften hat sich Galle in die Herzen der Schüler ergossen. Alle treibt der Hass, es giebt keine Milde, keine aufrichtige Zuneigung mehr. Diese allgemeine Neigung zur Missgunst kam Jean-Jaques Feinden zu Statten. Sie hätten sogar der allgemeinen Zustimmung sicher sein können, wenn sie ihn offen angegriffen und verfolgt hätten. Doch hätten sie in einem raschen Ver­fahren nicht genügende Befriedigung ihrer Rache ge­funden. Auch scheuten sie sich davor, sich bloss zu stellen. Sie haben daher ein anderes Verfahren ein­geschlagen, das ihrer Absicht besser entspricht. Ihr Meisterstück besteht darin, dass sie die Vorsichtmaass­regeln, die sie zu ihrer eigenen Sicherheit anwandten,