Die Gespräche.
gegen ihn einzunehmen. Sie konnten es, denn die Philosophen beherrschen alles. Sie geben den Kindern ihre Erzieher, den Vätern ihre Secretäre, den Müttern ihre Vertrauten. Alles geschieht in den Familien nach ihrer Anweisung. Sie leiten im Geheimen die Schulen und arbeiten im Sinne ihrer Gegner, der Jesuiten, indem sie an die Stelle der kirchlichen die philosophische Unduldsamkeit setzen.
In einer anderen Zeit würde es wohl nicht möglich gewesen sein, eine so allgemeine Erbitterung hervorzurufen. Aber die gegenwärtige Zeit ist recht eigentlich eine Zeit des Hasses und des Uebelwollens. Der rücksichtlose Egoismus ist von der Philosophie auf den Thron gesetzt worden, und diese bequeme Lehre hat sich die Jugend mit grossem Eifer angeeignet. Mit derselben Herrschsucht, die die Philosophen in ihren Schriften zeigen, treten ihre Jünger im Leben auf. Aus jenen Schriften hat sich Galle in die Herzen der Schüler ergossen. Alle treibt der Hass, es giebt keine Milde, keine aufrichtige Zuneigung mehr. Diese allgemeine Neigung zur Missgunst kam Jean-Jaques’ Feinden zu Statten. Sie hätten sogar der allgemeinen Zustimmung sicher sein können, wenn sie ihn offen angegriffen und verfolgt hätten. Doch hätten sie in einem raschen Verfahren nicht genügende Befriedigung ihrer Rache gefunden. Auch scheuten sie sich davor, sich bloss zu stellen. Sie haben daher ein anderes Verfahren eingeschlagen, das ihrer Absicht besser entspricht. Ihr Meisterstück besteht darin, dass sie die Vorsichtmaassregeln, die sie zu ihrer eigenen Sicherheit anwandten,