Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
273
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Die Verfälschung der Schriften.

einzutreten, denn alles wird ihm zum Schaden ge­reichen. Er hat z. B. die Schrift über Polen auf. den dringenden Wunsch des Grafen Wielhorski hin rein im Interesse der guten Sache geschrieben. Er hält den Grafen auch jetzt noch für einen Ehrenmann, obwohl er bei einer Unterredung, in der der Graf ihm mit­theilte, dass ein gehässiger Artikel über ihn erschienen sei, aus dem Blicke des Grafen erkannte, er halte ihn, Jean-Jaques, für den Verfasser. Aber wenn Rous­seau wüsste, durch wen, für wen und zu welchem Zwecke in Wirklichkeit jene Schrift verlangt worden ist, welchen Gebrauch man von-ihr gemacht hat(sie ist in die Hände dAlemberts gefallen) dann würde er zu­geben, dass Jean-Jaques besser gethan hätte, das gute Werk nicht zu unternehmen. Es ist der gegenwärtigen Zeit ein methodischer Geist. eigen. Die öffentliche Meinung, die früher hin und her schwankte, wird, Seit­dem die philosophische Secte sich mit den Machthabern verbündet hat, nach bestimmten Zielen geleitet. Sie haben Jean-Jaques benutzt, um an ihm ihre Macht zu erproben, und der glänzende Erfolg hat sie gelehrt, dass sie die Herren der Gesellschaft sind. Sie haben die Jesuiten vertrieben und herrschen nun in deren Geiste. Ihr intoleranter Atheismus hat alle Köpfe unter­jocht. Niemand fürchtet sich mehr vor dem anderen Leben und niemand wird sich deshalb Gewissensbisse über Jean-Jaques trauriges Schicksal machen. Rousseau will noch nicht alle Hoffnung aufgeben. Da der Franzose bekehrt worden ist, sind auch andere Bekehrungen möglich. Jean-Jaques selbst denkt nicht

Möbius, Rousseau,