Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
276
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Der Epilog.

Altar der Kirche Notre-Dame. Vielleicht möchte die Nachricht von seiner Handlungsweise bis zu den Ohren des Königs dringen und diesen veranlassen, sich der Handschrift anzunehmen. Während er die Abschrift anfertigte, legte er sich seinen Plan zurecht. Er wusste, dass am Sonnabend vor dem Hochaltar in Notre­Dame eine Motette gesungen wurde, und dass während dieser Zeit das Chor leer war. Er konnte dann in dieses eintreten und ungehindert bis zum Altar ge­langen. Er ging wiederholt in die Kirche, um sich die Oertlichkeit recht genau anzusehen. Endlich war die Abschrift fertig. Rousseau packte sie ein und schrieb auf den Umschlag folgende Worte:Der Vorsehung übergebenes Depositum. Beschützer der Unterdrück­ten, Gott der Gerechtigkeit und der Wahrheit, empfange dieses Depositum, das auf deinen Altar niederlegt und deiner Vorsehung anvertraut ein unglücklicher Frem­der, allein, ohne Stütze, ohne Vertheidiger auf der Erde, beleidigt, verhöhnt, verleumdet, verrathen von einer ganzen Generation, seit fünfzehn Jahren das Opfer einer Behandlung, die schlimmer ist als der Tod, und überladen mit bis dahin unerhörter Schmach, ohne doch je die Ursache erfahren zu haben. Jede Erklärung wird mir verweigert, jede Verbindung wird mir ab­geschnitten. Ich erwarte von den Menschen, die ihre eigene Ungerechtigkeit erbittert, nichts mehr als Be­leidigungen, Lügen und Verrath. Ewige Vorsehung, auf dir ruht meine Hoffnung. Nimm gnädig mein De­positum unter deinen Schutz, lass es in junge und treue Hände kommen, die es ohne Fälschung einer