Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
277
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In Notre-Dame.

besseren Generation überliefern, damit diese mein Schicksal beklage und erfahre, wie von der jetzigen ein Mann behandelt wurde, der ohne Galle und Ver­stellung war, ein Feind der Ungerechtigkeit, aber geduldig, sie zu ertragen, der niemals Jemand böses gethan, gewünscht oder vergolten hat. ‚Keiner hat, ich weiss es, das Recht, auf ein Wunder zu hoffen, selbst die unterdrückte und verkannte Unschuld nicht. Da Alles früher oder später zur Ordnung zurückkehren muss, genügt es, zu warten. Wenn also meine Ar­beit verloren ist, wenn sie meinen Feinden ausgeliefert und von ihnen zerstört oder gefälscht werden soll, wie es unvermeidlich zu sein scheint, so werde ich trotzdem auf deine Hilfe hoffen, ob ich gleich Zeit und Mittel nicht kenne. Nachdem ich, wie es meine Pflicht war, gethan habe, was in meinen Kräften stand, warte ich mit Vertrauen, verlasse mich auf deine Gerechtig­keit und ergebe mich in deinen Willen. An einem Sonnabend, am 24. Februar 1776, begab sich Rousseau Nachmittags zwei Uhr mit seinem Packet nach Notre­Dame. Als er durch eine der Seitenpforten eintreten wollte, fand er sie zu seinem Erstaunen verschlossen. Er trat daher durch eine andere Thüre in das Schiff der Kirche und sah sich nun einem verschlossenen Gitter gegenüber, das ihm den Eintritt zum Chor ver­wehrte. Als er das Gitter erblickte, fühlte er sich von einem Schwindel ergriffen wie Jemand, den der Schlag rührt, und diesem Schwindel folgte eine solche Um­ines ganzen Wesens, wie er sie noch nie­

wälzung se; n hatte. Das ganze Aussehen der Kirche

mals empfunde