Bei Condillac,
offenbar ein Wink der Vorsehung, der ihm den richtigen Depositar zeigte. Jener Mann war zwar Philosoph, Schriftsteller, Akademiker und aus einer Provinz, deren Bewohner nicht gerade für die Redlichsten gelten, doch was konnten solche Vorurtheile bedeuten, da Rousseau von der Rechtschaffenheit seines alten Freundes überzeugt war und der Himmel selbst auf ihn hinwies. Rousseau ging also zu ihm und fand nicht ohne Mühe seine Wohnung. Mit klopfendem Herzen übergab er dem Freunde seine Handschrift, und dieser versicherte, er werde nur einen ehrenhaften Gebrauch von dem Depositum machen, eine, wie es Rousseau schien, sehr überflüssige Erklärung. Vierzehn Tage später besuchte Rousseau den Freund wieder, fest überzeugt, dass der Augenblick gekommen sei, in dem der Schleier von seinen Augen fallen und er auf die eine oder die andere Weise die Aufklärung erhalten werde, die das Lesen seiner Schrift zur Folge haben müsse. Aber nichts von dem, was er erwartete, geschah. Jener sprach von der Schrift, wie von einem literarischen Werke, über das Rousseau sein Urtheil erbeten hätte. Er sprach von Umstellungen, die vorzunehmen seien, um den Stoff besser zu ordnen. Aber er sagte nichts von dem Eindrucke, den die Schrift auf ihn gemacht hatte, noch auch, was er von ihrem Verfasser denke. Dagegen schlug er vor, eine correcte Ausgabe von Rousseau’s Werken zu veranstalten, und erbat sich Rousseau’s Anweisungen dazu. Dieser Vorschlag, der ihm wiederholt von den Leuten seiner Umgebung gemacht worden war, brachte Rousseau auf den Gedanken, dass