Das Schreiben an die französische Nation.
liefern, wenn jenen, wie zu erwarten war, die Liebe zur Wahrheit wieder in seine Nähe führen würde. Jedoch, kaum war der Engländer abgereist, als Rousseau sehr bedenklich wurde. Er wusste doch; dass Jeder, der ihn besuchte, von seinen Feinden abgeschickt war. Es war unzweifelhaft: alle Maassregeln waren falsch gewesen, alle Sorgen nutzlos. Nun tauchte ein neuer Gedanke auf, von dessen Ausführung er sich eine bessere Wirkung versprach. Er beschloss, ein’an die französische Nation gerichtetes Rundschreiben zu verfassen, davon mehrere Abschriften zu machen und sie auf Promenaden und Strassen an diejenigen Unbekannten zu vertheilen, deren Gesichtsausdruck ihm am meisten: zusagte. Das Schreiben war gerichtet:„An jeden Franzosen,‘ der noch Gerechtigkeit und Wahrheit liebt,“ und lautete:„Franzosen! Ehemals liebenswürdige und sanfte Nation, was ist aus euch geworden? Wie habt ihr euch verändert gegen einen unglücklichen Fremden, der allein, auf eure Gunst angewiesen, ohne Stütze, ohne Vertheidiger ist, der aber des letzteren bei einem gerechten Volke nicht bedurfte, gegen einen Mann ohne Verstellung und Hass, einen Feind der Ungerechtigkeit, der sie geduldig erträgt,. der Seit fünfzehn Jahren von euch durch den Koth der Schmach und Verleumdung geschleppt wird, der sich von Allen um die Wette mit bis dahin unerhörten Unwürdigkeiten überhäuft sieht, ohne jemals auch nur im Geringsten die Ursache erfahren zu haben. Das ist also euer Freimuth, eure Sanftmuth, eure Gastlichkeit? Gebt den alten Namen der Franken auf, er muss euch