Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
283
Einzelbild herunterladen

Das Rundschreiben.

an dir mich räche und dich strafe(ach, möchte er alles Uebel und allen Irrthum von euch nehmen), sondern dass er bald meinem Alter eine bessere Zufluchtstätte biete, wo eure Beleidigungen mich nicht mehr er­reichen. Nachschrift. Franzosen, man bethört euch mit einem Wahne, der bei meinen Lebzeiten nicht aufhören wird. Aber wenn ich nicht mehr bin, wenn der Anfall vorüber ist, wenn euer Zorn nicht mehr angefacht wird, und die natürliche Billigkeit wieder zu euren Her­zen spricht, dann werdet ihr, hoffe ich, richtiger ur­theilen über alle die Thatsachen, Aussagen und Schrif­ten, die man mir zuschreibt, indem man sich höchst sorgfältig vor mir verbirgt, über das, was man euch von meinem Charakter gesagt hat, über das, was man euch mir hat anthun lassen aus Güte für mich. Dann werdet ihr sehr erstaunt sein und dann werdet ihr, weniger als jetzt mit euch zufrieden, den Inhalt dieses Schreibens interessanter finden, als er euch jetzt er­scheint. Wenn endlich diese Herren als Gipfel aller ihrer guten Werke die Lebensgeschichte des Unglück­lichen, den sie vor Schmerz sterben lassen, veröffent­licht haben werden, diese unparteiliche und getreue Lebensgeschichte, die sie seit langer Zeit mit soviel Heimlichkeit und Eifer vorbereiten, dann werdet ihr, ehe ihr ihren Aussagen und Beweisen Glauben schenkt, prüfen, wo die Quelle so vielen Eifers ist, was der Beweggrund zu SO viel Arbeit war, und wie sie sich während meines Lebens gegen mich verhalten haben. Wenn ihr diese Prüfung sorgfältig ausgeführt habt, so möget ihr, ich erkläre es, da ihr einmal über mich