Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
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Der Epilog.

richten wollt, ohne mich zu hören, nach ihrem eigenen Werke zwischen ihnen und mir richten. Rousseau liess sich die Mühe nicht verdriessen, von diesem Schreiben viele Abschriften anzufertigen. Bei der Vertheilung aber stiess er auf ein neues Hinderniss, das er nicht vorhergesehen hatte. Die, denen er das Schreiben dar­bot, weigerten sich, es anzunehmen. Er konnte sich nicht denken, dass bei der Aufschrift, die es trug, Jemand wagen werde, es zurückzuweisen. Doch fast Niemand nahm es an. Alle erklärten, nachdem sie die Aufschrift gelesen, mit einer Unbefangenheit, die Rousseau trotz seines Schmerzes zum Lachen brachte, dass das nicht ihre Adresse sei. Sie haben Recht, sagte er, indem er das Schreiben zurücknahm, ich sehe, dass ich im Irrthume war. Es war das ein­zige aufrichtige Wort, das er seit fünfzehn Jahren aus dem Munde eines Franzosen gehört hatte. Aber­mals enttäuscht, gab er doch seine Bemühungen noch nicht auf, Wenn ein Unbekannter um die Erlaubniss bat, ihm seine Aufwartung machen zu dürfen, so schickte er ihm eine Abschrift seines Rundschreibens mit dem Bemerken, dass die Gewährung des Wunsches von der klaren und bestimmten Beantwortung des Schrei­bens abhänge. Auch hatte er immer Abschriften zur Hand, wenn er gelegentlich mit Jemand zusammentraf, der ihm vertrauenswerth zu sein schien. Alle Versuche waren erfolglos. Die unbestimmten, zweideutigen Ant­worten, die er erhielt, dienten nur dazu, die bodenlose Falschheit der Befragten ausser Zweifel zu stellen. Dieser letzte Misserfolg betrübte ihn weniger als die