Resignation und Tod.
es zu verdienen. Der allgemeine Hass war unter uns Beide getheilt; da nur ich noch lebe, muss ich die ganze Last allein tragen. Ein anderes Mal erklärte Rousseau, er liebe Tasso deshalb so sehr, weil dieser sein ganzes Unglück geweissagt habe. Die Sache scheine unerklärlich, aber die Strophe, um die es sich handle, sei ganz klar, und merkwürdigerweise habe sie im Zusammenhange weder auf das Vorausgehende, noch auf das Folgende Beziehung, sie stehe eigentlich müssig da, ein Umstand, der um so mehr befremde, als sonst bei Tasso jeder Vers an seiner Stelle unentbehrlich sei.
Nahmen auch die geistigen Kräfte Rousseau’s ebenso wie die körperlichen langsam ab, so blieb ihm doch Unthätigkeit fern. Nach wie vor verwandte der alte Mann die meisten Nachmittage zu Wanderungen in die Umgegend von Paris und legte weite Wege mit überraschender Rüstigkeit zurück. Theils botanisirte er auf seinen meist einsamen Spaziergängen, theils überliess er sich den Erinnerungen und stellte Betrachtungen an über Vergangenheit und Gegenwart. Am Morgen schrieb er dann diese„Träumereien“ nieder und so entstand sein letztes Werk:„R&veries d’un promeneur solitaire“. Die erste Reverie schrieb er im Herbste 1776, die zehnte und letzte am Palmsonntage 1778. In allen herrscht sanfte Wehmuth, mag der Verfasser liebliche Scenen aus der Vergangenheit zurückrufen, oder mag er sein Schicksal elegisch beklagen. Zuweilen jedoch bricht wie ein Sonnenstrahl durch Wolken Heiterkeit durch die gedämpfte Stimmung, und der liebenswürdige Erzähler der ersten Hälfte der Be