Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
292
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Resignation und Tod.

regung allerhand Fehler machte, die nur seinen Feinden zu Gute kamen. Da alle Kämpfe ihm nur Ent­täuschungen einbrachten, hat er in der Resignation die ersehnte Ruhe gefunden. Gegen ihren Willen haben die Feinde selbst ihn dazu befähigt, da sie ihm alle Hoffnung nahmen und sein Leiden auf den Gipfel trieben. Sie sind ausser Stande, seinen Zustand noch zu verschlimmern; alle menschliche Macht, ja selbst die Ränke der Hölle können ihm nichts mehr anhaben; auch körperlicher Schmerz würde seine Leiden nicht verstärken, sondern nur ändern.Kaum zwei Monate sind verflossen, seit volle Ruhe in mein Herz eingekehrt ist. Zwar fürchtete ich längst nichts mehr, aber ich hoffte noch. Seit er auch die Hoffnung auf die Nach­welt aufgegeben hat, geniesst er den inneren Frieden und nichts mehr soll diesen stören.(Erste Promenade.)

An einem Donnerstage, dem 24. October 1776, ging ich längs der Boulevards bis zur Strasse Chemin­vert, durch die ich auf die Höhen von Menilmontant gelangte. Dann wanderte ich durch Weinberge und über Wiesen bis Charonne durch die lachende Land­schaft, die sich zwischen beiden Dörfern erstreckt... Zuweilen blieb ich stehen, um einzelne Pflanzen zu betrachten. Ich fand deren zwei, die ich selten bei Paris beobachtet hatte, die hier aber zahlreich vor­handen waren, nämlich Picris hieracioides von der Familie der Compositen und Bupleurum falcatum von der der Umbelliferen, Diese Entdeckung erfreute mich lange Zeit. Dann wieder gab ich mich dem Eindrucke der Gegend hin, Seit einigen Tagen war die Wein­