Eigenart der Paranoia Rousseau’s,
Nervosität und der Absonderlichkeit des Charakters sein Bewenden gehabt, wenn das Schicksal ihm ein ruhiges Leben gestattet hätte. Vielleicht auch bildete seine starke Vernunft einen Wall gegen die sich entwickelnde Krankheit und hielt ihr Vordringen auf. Auf diese Weise möchte es sich ferner erklären, dass Rousseau trotz seiner Krankheit im Leben sich sozusagen aufrecht hielt und im Wahne selbst gewisse Grenzen nicht überschritt. Die Individualität des Kranken wird stets in der Ausarbeitung und Verwerthung des Wahnsystems zur Geltung kommen; Charakter und Intellect des Gesunden werden auch auf die Worte und Handlungen des Kranken von Einfluss sein. Dass in der That bei Rousseau die Güte des Herzens und die Kraft des Geistes auch in der Krankheit sich nicht verleugnen, darauf hinzuweisen, ist schon wiederholt Gelegenheit gewesen. Auch auf der Höhe des Wahnes verhinderten sein moralischer Charakter und die Weichheit seines Wesens jede ausschweifende Handlung, jede wörtliche oder thätliche Ausschreitung gegen die Im Vereine aber mit seiner ungewöhnlich hohen Intelligenz machten sie es ihm möglich, nicht nur auf Gebieten, die sein Wahn nicht berührte, in hervorragender Weise geistig thätig zu sein, was bei einem Kranken seiner Art nichts Ueber
s ist, sondern auch die wunderbare Leistung, zu
vermeintlichen Verfolger.
raschende die wir in seinen Bekenntnissen vor uns sehen, vollbringen.
Im Uebrigen entspr1 Rousseau’s durchaus den sonstigen
cht der Verlauf der Paranoia Erfahrungen. Lang