Na,
Die endogene Art der Paranoia.
Ich habe es bei der ersten Auflage für unnöthig gehalten, noch besonders über die Ursache der Paranoia zu reden; ich dachte, jeder Gebildete müsse jetzt wissen, dass eine solche Krankheit nicht durch beliebige Einwirkungen entstehen kann, dass nur der an der Paranoia erkranken kann, der von vornherein den Keim dazu in sich trägt. Aber ich habe die Gebildeten überschätzt, denn immer wieder tauchen ganz thörichte psychologische Constructionen auf. Da sagt der Eine, Rousseau sei aus Misstrauen krank geworden, und weiss nicht, dass das Misstrauen das erste Zeichen der Krankheit war. Da meint der Andere, Rousseau sei aus Stolz übergeschnappt, und vergisst, dass der Stolz nicht krank macht, sondern(soweit wie er nicht berechtigt ist) aus der Krankheit kommt.
Auch dem Irrthume begegne ich immer wieder,
als sei Rousseau von vornherein ein gesunder Mann
gewesen und habe dann seine Paranoia bekommen, wie Nein, Rousseau war
Einer einen Schnupfen bekommt. ein Entarteter und die Paranoia wuchs aus seiner von vornherein krankhaften Beschaffenheit heraus. Die äusseren Dinge waren Gelegenheitursachen, Anstösse, weiter nichts. Die angeborene Krankhaftigkeit Rousseau’s war die Quelle sowohl seiner Genialität, wie Da ist kein Zufall, kein Zusammentreffen. Solche Sachen muss man wissen, da hilft kein Raisonniren vom Schreibtische aus da heisst es: Lernen. Ich habe das Nöthige schon in der„Einleitung“ gesagt und kann hier nur noch einmal darauf verweisen.
seiner Paranoia.