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Die Quartärbildungen der Umgegend von Magdeburg, mit besonderer Berücksichtigung der Börde / von Felix Wahnschaffe
Entstehung
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64 Die Gegend westlich der Elbniederung.

Ueber die Sande und Grande schob das Eis von Neuem seine Grundmoräne fort, welche durch den Oberen Ge­schiebemergel und den ihn oft ganz und gar vertretenden Oberen Sand(Geschiebesand) repräsentirt wird. Obwohl ich in der ganzen Magdeburger Gegend nirgends einen zweiten Geschiebe­mergel beobachtet habe, der als ein Aequivalent des Oberen Geschiebe­mergels anzusehen wäre, so glaube ich trotzdem, dass derselbe dort einst vorhanden gewesen sein wird, wofür auch der Geschiebe­sand nördlich von Hohenwarthe und auf der Madelshöhe spricht,

Die an der Basis des Lösses sich findende Steinsohle ist wahrscheinlich ebenfalls als der letzte Rest eines ausge­schlämmten Geschiebemergels anzusehen, welche Ansicht auch LASPEYRES!) ausgesprochen hat. Demnach würde diese Steinsohle mit dem Oberen Geschiebesande in Parallele zu stellen sein, zu welcher Auffassung auch LAUFER bei seinen Untersuchungen der Gegend von Cönnern gekommen ist, welche in einem in dem Archiv der königlich preussischen geologischen Landesanstalt auf­bewahrten Manuscript niedergelegt sind. Gegen die Ansicht, die Steinsohle als eine besondere Driftbildung aufzufassen, scheint mir die ausserordentlich gleichmässige Verbreitung derselben zu sprechen, da sie sich fast in jedem Lössaufschlusse der Magdeburger Börde mehr oder weniger deutlich wiederfindet. Das Material der Stein­sohle ist hier ein vorwiegend nordisches; die einheimischen Ge­schiebe, welche sich in den darunter liegenden Granden ziemlich häufig finden, treten in derselben entschieden zurück. Die Blöcke erreichen zuweilen eine bedeutende Grösse(über 1 m Durchm.) und zeigen sogar in einigen Fällen noch eine deutliche Gletscher­streifung. Dies alles spricht entschieden dagegen, dass die Stein­sohle des Bördelösses nur ein Schotterabsatz sei. Auch in anderen Lössgebieten ist die Steinsohle als fluviatil umgelagerte Grund­

moräne aufgefasst worden, so jüngst von UHLIG?) in der galizischen

1) Erläuterungen zur geol. Specialkarte von Preussen u. s. w., Blatt Gröbzig, pag. 10, Blatt Zörbig und Blatt Petersberg.

2) V. UmnuiG, Ueber die geologische Beschaffenheit eines Theiles der ost- und mittelgalizischen Tiefebene. Jahrb. d. k.k. geolog. Reichsanstalt 1884, 34, Bd. I,

g pag. 194 196.

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