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Die Quartärbildungen der Umgegend von Magdeburg, mit besonderer Berücksichtigung der Börde / von Felix Wahnschaffe
Entstehung
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Die Gegend westlich der Elbniederung. 65

Tiefebene und im Königreich Sachsen, wo beispielsweise an vielen Stellen des westlichen Gebietes der von SAUER bearbeiteten Section Liebertwolkwitz»alle Verhältnisse darauf hinzuweisen scheinen, dass der Geschiebelehm durch eine vor die Entstehung des Lösses fallende Erosion sowohl. in seiner horizontalen Verbreitung, als auch in seiner Mächtigkeit reducirt wurde«, und wo in den Er­läuterungen der Section Zwenkau von HAzARD von dem Vor­handensein des Geschiebemergels in Gestalt einer Steinsohle ge­sprochen wird. Nach PEncK 1) ist das Auftreten einer Steinsohle unter dem Löss nur von secundärer Bedeutung, während KLOCK­MANN?) dieselbe mit den Flussschottern identificirt.

Die beim Beginn der Abschmelzung erfolgte Zerstörung des Ge­schiebemergels muss durch sehr stark strömende Wasser am Rande des abschmelzenden Eises der zweiten Vergletscherung veranlasst worden sein. da sich hier nirgends die bei der Ausschlämmung ge­bildeten Grande und Sande erhalten haben, sondern vollständig nur unter Zurücklassung des gröberen Materials entfernt, worden sind.

3s bleibt mir noch übrig, meine Ansichten über die Ent­stehung der jüngsten Diluvial- Ablagerung der Magdeburger Börde, des Lösses mit seiner humosen Deckschicht, etwas näher zu entwickeln. Obwohl ich als ein Anhänger der von RICHT­HOFENschen Löss-Theorie an die Untersuchung der Magdeburger Börde herantrat, so bin ich doch, ohne die Berechtigung dieser Theorie für gewisse Gebiete in Abrede stellen zu wollen, durch verschiedene Gründe dazu bewogen worden, die ursprüngliche Ablagerung des Magdeburger Bördelösses, sowie des Lösses von Norddeutschland überhaupt nicht als eine subaerische, sondern als eine fluviatile Bildung anzusehen.

Nachdem JEnTtzscH eine scharfe, sich auf petrographische Untersuchungen gründende Definition des Lössbegriffes gegeben

hatte, war man berechtigt, denselben nicht nur auf die Bildungen

1) A. Prncg, Zeitschr. d. Deutsch. geol. Ges. 1833, Bd. XXXV, pag. 392. 2) F. KıLoczmann, Ueber gemengtes Diluvium und diluviale Flussschotter im norddeutschen Flachlande. Jahrb. der Königl. preuss, geol. Landesanstalt für

1883. Berlin 1884, pag. 346.