gyeschwemmten Gebilde des norddeutschen Flachlandes, welche sich in Einsenkungen der Mergelplatte finden. sind von ganz anderer Beschaffenheit, da sie gewöhnlich einen sehr hohen Thongehalt besitzen.
Bereits COLLOMB, LYELL und SuEss haben die Ansicht ausgesprochen, dass man den Löss als Gletscherschlamm, d. h. als den feinsten Detritus der von den Gletschern abfliessenden Schmelzwasser auffassen könnte.
Auch JAMES GEeIgıE!) hat den Löss als ein Schlämmprodukt der von den Gletschern kommenden Ströme aufgefasst, der sich bei den jährlich wiederkehrenden und in manchen Gebieten sich zu seeartigen Ueberschwemmungen erweiternden Hochfluthen.ablagerte und G. BERENDT?) hat ihn den feinsten Abhub des Gletscherschlammes genannt, welcher in Buchten eines von ihm angenommenen Meeresarmes, der sich mit den Schmelzwassern nach WNW zurückgezogen haben soll, zum Absatz gelangte. PENCK*), welcher in dem Löss einen mehrfach umgelagerten und verwehten Flusslehm sieht, welcher allerdings von den Strömen abgesetzt wurde. die auch die Quartärgerölle ablagerten, aber trotzdem nach seiner Ansicht kein unbedingtes Zubehör zu einer Glacialformation zu sein braucht, schreibt ihm eine aöril-Aluviatile Bildung zu und glaubt, dass seine Lagerungsverhältnisse nur durch die Combination beider Theorien zu erklären seien.
Gegen die Voraussetzung der V. RıcHTHOFEN’schen Theorie, dass der Löss als ein Verwitterungsstaub des festen Gebirges anzusehen sei, scheint. mir die'so sehr gleichmässige Ausbildung des Lössmaterials zu sprechen, bei dem so mannigfachen Wechsel der Gesteine, welche sich in der Magdeburger Gegend bis zum Harzrande finden. Nirgends zeigt die ursprüngliche Ablagerung irgend welche lokalen Modificationen, sondern sie besitzt stets ein gleich
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mässiges Ansehen in der Farbe und Struktur und führt überall
1) Jamms Gzerxıe, Prehistorie Kurope, Chapter IX.
2) G. BurenDt, Gletschertheorie oder Drifttheorie in Norddeutschland? Zeitschr. d. Deutsch. geol. Ges. Bd. XXXI, 1879, pag. 13.
3) A. Puanxcg, Mensch und Eiszeit, Separat- Abzug pag. 18. Archiv für Anthropologie Bd. XV, Heft 3, 1884.