Druckschrift 
Die Quartärbildungen der Umgegend von Magdeburg, mit besonderer Berücksichtigung der Börde / von Felix Wahnschaffe
Entstehung
Seite
69
Einzelbild herunterladen

ee

Die Gegend westlich deı Elbniederung. 69

Glacialperiode die Lössgebiete nicht überzog, müssten sich doch an irgend welchen Punkten die durch die Gletscherströme ab­gesetzten Sande auf dem Löss finden.

Die von PenckK!) stets mit besonderem Nachdruck hervor­gehobene Annahme, welche sich auf seine Untersuchungen in den deutschen Alpen stützt, dass auch der Löss Norddeutschlands die Gebiete der letzten Vergletscherung flieht und nie auf den Ab­Jagerungen der letzten Vereisung, sondern überall an deren Rande auf den äusseren älteren Moränen ruht, habe ich in der Magde­burger Gegend nicht bestätigt gefunden. Ob sie für alle anderen Lössvorkommen am Rande des norddeutschen Diluviums berech­tigt ist, müssen spätere Untersuchungen noch ergeben.

F. KLOCKMANN?) hat sich, was die Verbreitung des nord­deutschen Lösses und sein Vorkommen innerhalb einer von der letzten Vergletscherung freigebliebenen Randzone betrifft, der An­sicht PENCcKs angeschlossen. Jedoch hält KLOCKMANN den Löss für Gletscherschlamm und sieht in ihm das Altersäquivalent des Oberen Geschiebemergels. Die Zeit der Entstehung des ersteren verlegt er in»den ganzen Zeitraum, der zwischen der grössten Aus­dehnung der letzten Eisbedeckung und deren völligem Ver­schwinden aus Norddeutschland lag«. Die Lössbildung und ihr Vorkommen in beträchtlicher Höhe ist nach ihm bedingt durch die im Norden vorlagernde Eisbarre der letzten Vergletscherung, welche die aus dem Süden kommenden Ströme und Flüsse, sowie die eigenen Schmelzwasser und den Nordrand der mitteldeutschen Gebirge geschaffenen Niederung zu beträchtlicher Höhe aufstaute und durch die Reaction

n Theilen beladenen Schmelz- und Flusswasser

in der durch den Südrand des Eises

der mit schlammige

auf einander, sowie deren Ausdehnung in dem breiten Becken des

heutigen Lössvorkommens.

1) Die Vergletscherung der deutschen Alpen u. Ss. W. 1882, pag. 322 u. 323. Zeitschr. d. Deutsch. geol. Ges. 1883, Bd. XXXV, pag. 394. Mensch und Eiszeit, Archiv für Anthrop. Bd. XV, Heft 3, 1884. 2) F. Kıocxmann, Die südliche Verbreitungsgrenze des Oberen Geschiebe­mergels und deren Beziehung zu dem Vorkommen Norddeutschland. dJahrb. der Königl. preuss. geol.

Berlin 1884.

der Seen und des Lösses in Landesanstalt für 1883.