auch namentlich die Wagnersche Musik in Bagatelle und zynisch-anzüglich behandelt haben. [15. Kapitel, Rückseite von Blatt 4.]
5. Kapitel
Mitte Mai [ gestr. : wie gewöhnlich] war man in die Villa hinausgezogen. Die drei gestrengen Herren am 11., 12. und 13. waren besonders streng gewesen, woraus Vanderstraaten den Schluß zog, daß nun desto mildere Tage folgen würden und daß man’s wagen könne. Er hatte recht. Alles sproßte rasch auf, und Ende des Monats war es fast wie Sommer. Zwei Freundinnen sind bei Melanie draußen, ein armes adliges Fräulein und eine Gesanglehrerin, beide Mitte dreißig. Sie brachten immer Nachrichten. Nun die Lokalschilderung. Veranda. Die Bäume. Plätscherbrunnen. Pfauen. Fasane. Volieren. Hortensien. Orangenkübel. Melanie erfährt durch die Gesanglehrerin, daß Rubehn gekommen ist, schon vor 2 Tagen. Sie wußte es nicht, weil Vanderstraaten seit mehreren Tagen in der Stadtwohnung geblieben war. So war sie ohne Nachricht. Ärgerte sich aber ein wenig. Abermals Situationsschilderung. Dann kam ein Diener, brachte eine Karte. « Ebenezer Rubehn.» - « Ah, sehr willkommen. »
Nun Begrüßung. Vorstellung. Lebhaftes Geplauder. Sie fragt nach allerhand. Zuletzt hinüberleiten aufs Musikalische. Entpuppt sich als Wagnerianer. Er gibt sich dabei ganz ernsthaft.
« Was wird van der Straaten sagen, wenn er hört, daß unsre Verschwörung um ein Mitglied reicher geworden» etc. etc. [13. Kapitel, Rückseite von Blatt 7.]
S. Kapitel
Land- und Wasserpartie nach Stralow.
Beide allein im Boot nach Treptow. Souper bei Tübbeke in der Glashalle. Anlegestelle. Dampfschiff.
Heiterkeit. Aal mit Salbei. Melanies Geschichte vom Aquarium. «Was hab ich von seinen Liebhabereien überhaupt? Nur Schwierigkeiten. Erzieht seine Äpfel an Rabatten hin, und ich zerreiße mir die Kleider daran, besuch ich seine Galerie, so stehn die Fenster auf, und ich erkälte mich » etc. etc.
Die kleine arme alte Adlige. Van der Straaten sagte: «Das darf nicht wundern, das hängt mit ihrem Adel zusammen. Sie ist von uraltem Adel [ein Wort nicht entziffert ], sie reicht in eine Zeit zurück, wo die Menschen noch ganz anders waren. Dies muß man gegenwärtig haben, wenn man ihrer Erscheinung gerecht werden will.»
Die Sängerin hübsch [?], groß, mager, etwas verdreht [?], aber sehr kritisch. Anastasia Schmidt. « Sie sieht ganz aus wie Anastasia und ganz und gar nicht wie Schmidt.»
Friederike Sawat v. Sawatzki gen. Sattelstein von der Hölle. [13. Kapitel, Rückseite von Blatt 4.]
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