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Sonderheft 2, Zur Entstehungs und Wirkungsgeschichte Fontanescher Romane
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Unten die Comptoirs. Eine Treppe hoch seine und ihre Wohnung. In den drei Flügeln des i. Stockes die Bilder-Galerie. Im 2. Stock die Schlafzimmer. Kleine Verbindungstreppen. [Am Rande: Gut.]

4. Das Frühstückszimmer. Das Frühstück selbst. Sein Morgenanzug. Der ihrige. Er liest ihr etwas aus der Zeitung vor, einen Pietschschen Bericht mit ausgeschnittenen Kleidern und Anfangsbuchstaben. [. . .] [2. Kapitel, S. 38.] Das Markttreiben. Die alten Weiber. Die Wild- und Hasenbude. Honig­gläser. (Die Szenerie ankucken.)

Der Rollwagen. Der Kutscher, großer schöner Kerl. Sie bemerkt es. Er witzelt darüber. «Du weißt, Ezel, daß ich das nicht liebe.»

Mittlerweile wurde eine kleine, augenscheinlich leichte Kiste ins Haus ge­tragen, und eine Minute später klopfte es, und ein junger, blonder Kommis, der eben seine Lehrjahre hinter sich hatte und beider Vanderstraatens Lieb­ling war, brachte die [gestr.: meldete daß] Kiste, die die Doppelaufschrift trug: Vorsicht und «zu eignen Händen».

Nun wird geöffnet. Vanderstraaten zog an seinem Schreibtisch einen Kasten auf und nahm Brecheisen [über der Zeile: Stemm], Zange, Hammer heraus [gestr.: so daß], an deren Handhabung man sah, daß Vorkommnisse der Art nicht zu den Seltenheiten gehörten. Denn Vanderstraaten war ein Bilder­sammler und hatte eine der bedeutendsten Sammlungen der Stadt. Sie füllte die Säle des dreiflügligen Hinterhauses, während er die Lieblinge in seinem Wohnzimmer hatte, in seinem, Melanies, und in dem Eßsaal.

Nun erst: Er ging zum Kasten aus etc., der junge Volontär (?) mußte helfen. Es war ein Tintoretto, und zwar eine in Dresden angefertigte Kopie nach der « Ehebrecherin ».

Es wurde auf eine Staffelei gestellt, die Kiste auch und nun erst Melanie her­beigerufen. « Es ist sonderbar, Ezel, daß ich gerade das bewundern soll. » Nun das Gespräch halb scherzhaft, halb ernsthaft fortsetzen, und zwar so, daß der spätere Schluß klar und gefällig vorbereitet wird. Dies ist wichtig. [2. Kapitel,

5. 40.]

Zu Kapitel 4

Der Freundeskreis.

Diner in der Villa. - Vanderstraaten übermütig, anzüglich. - Die Freunde ha­ben auf dem Heimweg ein Gespräch darüber. - Rubehn ist noch nicht dabei. [Am Rande:] Nur noch vielleicht in bezug auf Duquede zu brauchen.

[Am Rande :] Hier zeigt sich nun sein Hang zum Drastischen und Zynischen. Melanie gerät dadurch gelegentlich in eine leichte Verlegenheit, aber weiter nichts; im ganzen bleibt sie guter Laune und zeigt das auch. Während sie bei späteren Gelegenheiten, als Rubehn dabei ist, stets Verstimmung und Ver­legenheit zeigt. Sie schämt sich vor ihm.

Das Gespräch der Freunde auf dem Heimwege behandelt einiges davon. Besonders der Negationsrat hat allerhand Bedenken. Vanderstraaten muß