Zu Kapitel 22
Vorher ist schon das erste Kind geboren.
Nach Jahresfrist - unter andern Verhältnissen, die sich aber bald wieder ordnen - ein zweites.
Die Szene im Tiergarten mit Vanderstraaten und dem Kinderwagen. «Ein hübsches Kind ... Es ist die Mutter.»
Weihnachten. Julklapp. Sie empfängt aus [?], Medaillon: der Tintoretto.
« Comme toujours. Ungeschickt und wohlwollend, ich werd es tragen, als Berlock.»
« Nein, ich .»
« Es wird dir immer ein Stich sein, eine Mahnung. »
« Das soll es.
Eine Mahnung an meine Schuld . . . nicht an deine . . . und »
« Du stockst.»
« An mein schuldig und sein edles Herz .. . Komm, laß uns die Kinder sehn. Ich bin glücklich. Ich fühle mich jetzt erst frei.» [Am Rande: Wichtig. Über dies Bild haben sie im 2ten oder 3. Kapitel ein heitres Gespräch geführt. «Ich kann ihr nicht zürnen », sagte Vanderstraaten, « sie sieht so gut aus und konnte nicht anders und bereut doch.» ] [22. Kapitel, S. 27 und 28.]
Nach der Durchsicht der ersten Niederschrift hat Fontane - meist auf den Umschlägen - Bemerkungen für die weitere Bearbeitung der einzelnen Kapitel niedergeschrieben. Die wichtigsten dieser Notizen seien hier mitgeteilt.
Zu Kapitel 1 und 2
Im 1. Kapitel muß also, und nicht allzu kurz, gesagt werden, daß er nach Art aller Zyniker eine stark sentimentale Ader hatte, die sich bis zum Larmoyanten und in ganz feierlichen Momenten bis zum Phantastischen steigern konnte. Er war dann visionär und glaubte ganz ernsthaft, daß er in die Zukunft sehen könne.
Im 2. Kapitel muß an den sentimentalen Stellen ein paarmal der Lebemann durchklingen, der wenig Fiducit zu den Weibern hat, weil er zu viel Gegenteiliges erfahren. Z. B. an der Stelle: «Das heißt, alles wechselt im Leben, alles schlägt um, und am meisten die Weiber. Ich kenne sie zu gut. Leider. Und es wird einem heimgezahlt. Und immer trifft es einen an zwei Stellen, entweder da, wo man gefehlt, oder da, wo man am empfindlichsten ist. Und diese Pfeile gehen nie vorbei.» [2. Kapitel, 1. Umschlagseite.]
Zu Kapitel 2
Dies wichtige und schwierige Kapitel - wichtig u. schwierig, weil es den Abschluß des Ganzen vorbereitet und damit korrespondiert - ist in seinem Lauf ganz gut, auch ist alles Nötige gesagt, nur müßt ich in der Auswahl der Sen-
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