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Sonderheft 2, Zur Entstehungs und Wirkungsgeschichte Fontanescher Romane
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tenzen sehr vorsichtig sein. So sagt er zum Schluß: «Vergessen wir diese Stunde und dessen, was ich gesagt.» Eben deshalb darf er aber vorher nicht sagen: « es soll dich mahnen und erinnern ». Er muß vielmehr bereit sein (zu­letzt) , es in die Galerie zu tun, damit sies nicht sieht. Es ist das auch galanter und rücksichtsvoller gegen sie. Sonst aber ist der Schluß gut eingeleitet, worauf gerade soviel ankommt. Im ersten Kapitel muß noch deutlich gesagt werden, wie alle Zyniker und Drastiker hatte er auch seine sentimentale Ader, wenn er ganz weich und gefühlvoll war. Das ist wichtig.

[Am Rande: Diese Bemerkungen durchlesen.] [2. Kapitel, eingelegtes Blatt, nach S. 37.]

Zu Kapitel 5

Dies 5. Kapitel ist im wesentlichen, was Gang und Gehalt angeht, in Ord­nung, nur folgendes ist zu beachten:

1. Van der Straaten muß auch schon, als alles noch gut und glatt geht, ein paar Berolinismen einstreuen. «Alter Freund und Kupferstecher» ist gut. Kaputt, Kuckuck. Wenn schon, denn schon. Na ob etc. Im wesentlichen aber hält er sich bis zuletzt. Er fängt ganz anständig an und wird immer schlimmer.

2. Noch ein paar Unterbrechungen. Duquede muß noch mal sagen: «Er wird überschätzt», und der Polizeirat muß auch noch mal hineinreden. [5. Kapitel, eingelegtes Blatt nach S. 37.]

Zu Kapitel 9

1. Ich muß kurz einschalten, daß das Floß zum Nachbarhause gehört und nicht zu Kuhnikes.

2. V. d. Straatens Exkurs über das «Fallen». (S. das 1. Blatt.) [Am Rande: Beides wichtig.] [9. Kapitel, 1. Umschlagseite.]

Zu Kapitel 10

Er wird hier « reserviert» genannt. Daraufhin muß in dem 7. Kapitel, als er zuerst in der Villa erscheint, gesagt werden, daß er bei aller Gewandtheit doch etwas Zurückhaltendes zeigte. [10. Kapitel, 1. Umschlagseite.]

Zu Kapitel 16

Dies wichtige Kapitel ist noch sehr in Unordnung, und ich muß bei der Kor­rektur gleich mit Neuschreibung beginnen. Aber die Fehler liegen nur im Aus­druck. Inhaltlich ist cs gut, und ich glaube, daß eigentlich nichts fehlt, nichts hinzuzutun ist. Was zu sagen ist, ist gesagt. Nur die Form ändern. Aber auch nur im Detail. Alles steht wenigstens am rechten Fleck. [16. Kapitel, 1. Um­schlagseite.]

Anita Golz

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