falls zu entschuldigen. Nicht zu tolerieren freilich sind die zahllosen « Nachbesserungen noch vorhandener stilistischer Flüchtigkeiten», weil sie, oft ohne zwingende Notwendigkeit, in das Wort- und Stilgefüge eines vom Autor eben noch nicht für druckreif gehaltenen Werkes eingreifen. Ettlinger schreibt: Hauswirt statt Wirt, gewisses statt bestimmtes, draußen im Grünen statt in Halensee, Gegend statt Georgenstraße, Betrachtung statt Musterung, Schutzdecke statt Antimakassar, ist sicher statt steht fest, mein Schein statt meine Karte, und keine Minute später statt und keine Minute mehr, so war es wieder dunkel, Zweck statt Schick, zusammensetzen statt komponieren, viel geschnupft habe statt am Schnupfen gelitten habe, im Restaurant statt bei Hiller, wie du redest statt sage doch nicht so was, Straßenbahn statt Pferdebahn. Diese wenigen Beispiele, willkürlich herausgegriffen, stehen für ungezählte weitere Fälle.
Indes hat Ettlinger auch ganze Sätze, charakteristische Textexkurse, ja sogar einige kleine Szenen gestrichen. Er hielt diese Stellen offenbar für anstößig oder überflüssig. So wurde die Bemerkung über Thildes Teint (Kap. 9) und die Selbsthilfeaktion der Petermann (Kap. 9), die Fontane noch drastisch beschrieben hat, « gesäubert». Weggelassen wurden unter anderem folgende Passagen: Als Schultze diesen Satz geendet, fuhr draußen der Wagen fort (Kap. 1). - Mit das bißchen Anziehn und Zurechtmachen, das ist es nicht (Kap. 5). - «Hast du auch die Billeter, Thilde», das waren die letzten Worte, die vor Verlassung der Wohnung gesprochen wurden (Kap. 5). - Sie, die Rätin, hatte keine Ahnung vom Exportgeschäft; sie ging zu Mannheimer, das war alles (Kap. 8). - Und nun nahm der Vetter Architekt wie schon am Weihnachtsabend wieder das Wort und trank auf ein glückliches neues [Jahr] (Kap. 10). - «Ach, Mutter, was du da wieder alles redst. Na, nachher davon. Aber nu komm erst in die Schlafstube, hier zieht es doch ein bißchen. Und wenn du nicht willst, na, dann bleibe noch, aber das Fenster will ich wieder zumachen.» - «Ja, Thilde, das tu, ich kriege sonst mein Reißen wieder.» - « Und das mit der Runtschen und mit Hugo, da hast du ganz unrecht, und ich freue mich, daß er so is, wie er is.» - « Ja, es is aber doch wie ein hartes Herz und eine Grausamkeit ...» (Kap. 10.) - Darum muß ich bitten. Komme mir nicht so mit so bloß drüberhin. Dafür bin ich nicht. (Kap. 10.) - Na, Hugo merkt es nicht. Und wenn auch, er ißt ja die verbrannten Stellen am liebsten und sagt dann bloß immer: ,Da is nu alles Animalische raus.’» - «Ja, ja so was sagt er, und ich hab ihn schon immer danach fragen wollen. Aber dann dacht ich auch wieder ,lieber nich‘.» - « Und das war auch am besten so. Nicht fragen ist immer besser. Aber bist du denn gar nicht in die Küche gekommen?» (Kap. 11.) - . .. und, als er aufbrach, sich in seinem alten Dogma von der Überlegenheit der Weltkinder neu gestärkt fühlte. Es war niemand da, gegen den er sein Herz ausschütten konnte, als er aber die Treppe hinabstieg und den Portier, den er von vielen Hochzeiten her kannte, freundlich lächelnd gegrüßt hatte, sann er seinem