74 Die Gegend westlich
ich für die fluviatile Natur des Magdte burger Lösses anführen. Es ist dies seine sich ausserordentlich gleichbleibende Mächtigkeit. Nirgends finden sich Anschwellungen, sondern der Löss legt sich als eine gleichmässige Decke auf die unterliegenden Schichten. Das wellige Terrain der Börde ist nicht durch die verschieden« Mächtigkeit des Lösses bedingt, sondern wird hervorgerufen durch die Aufragungen des älteren Gebirges oder durch das Anschwellen des Unteren Diluvial-Sandes und-Grandes, welcher in Kuppen den Löss durchbricht.
Was die humose Schicht betrifft, welche stets die obere Decke des Lösses bildet, so glaubte GIrRARD 1!) hier zwei durch verschiedene Entstehungsursachen gebildete Absätze unterscheiden zu können, indem er den gelben Löss als den Verwitterungsstaub des älteren Gesteins, den schwarzen Boden dagegen als eine am Meeresstrande entstandene Schlickbildung ansah, dessen Humusgehalt hauptsächlich von verfaulenden Tangarten und zersetzten Meeresthieren herrühren sollte. Zur Annahme einer nachträglichen Meeresbedeckung der Magdeburger Gegend fehlt jeglicher Anhalt. Nehmen wir vielmehr an, dass der Bördelöss ein durch Hochfluthen abgesetzter Gletscherschlamm ist, so musste nach dem Zurückschmelzen des Eises eine Zeit eintreten, wo die Wasser sich verliefen und der grössere Theil der Magdeburger Börde trocken gelegt wurde.
NEHRING hat auf Grund der von ihm bei Thiede und Westeregeln nachgewiesenen Faunen, welche sich auf drei Etagen vertheilen, drei verschiedene Perioden abzuleiten versucht, eine sehr kalte, arktische, eine darauf folgende mit subarktischem Steppenklima und eine dritte, deren gemässigtes Klima die Waldvegetation begünstigte. NEHRING’s erste Periode fällt meiner Ansicht nach
h zurückziehende
in die Zeit der Vergletscherung, als das sic Inlandeis noch den grössten Theil Norddeutschlands bedeckte und ein arktisches Klima bedingte. Die Reste der am Eisrande lebenden arktischen Thiere wurden in die untersten Schichten eingeschwemmt. Auch NEHRING hat auf den entschieden fluviatilen
Ursprung der untersten Schichten bei Thiede mit rein arktischer
1) Norddeutsche Ebene, pag. 121,