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Die Gegend westlich der Elbniederung, 75
Fauna mehrfach hingewiesen. Auf dem fruchtbaren Boden der nach und nach trocken gelegten Börde entfaltete sich sehr bald eine üppige Grasvegetation, es entstand eine Steppe, über deren Bewohner wir durch die von NEHRING!) aufgefundenen charakteristischen Steppenthiere, in Betreff deren ich auf seine Schriften verweisen muss, Kenntniss erlangt haben. Die Gräser dieser Steppe lieferten den Humus des Lösses und durchdrangen mit ihren feinen Faserwurzeln den Untergrund, welcher dadurch die dem Löss eigenthümliche, röhrige Struktur erhielt. Dass nach Trockenlegung des Lössgebietes Verwehungen des feinstaubigen Lössmateriales stattfinden konnten, scheint mir sehr wahrscheinlich und so mag ein grosser Theil der von NEHRING aufgefundenen Knochenreste durch Staubstürme eingeweht worden sein. Während die gelbe Lössschicht im Allgemeinen als völlig steinfrei bezeichnet werden muss, finden sich in der humosen und zwar vorwiegend in dem oberen Theile derselben verschiedentlich kleine Gerölle von Haselnuss- bis Wallnussgrösse. Man findet diese Geröllbestreuung vorzugsweise in den niedrigen Lössgebieten westlich der Neuen Neustadt, in der Gegend zwischen Barleben und Ebendorf. Sehr wahrscheinlich ist dieses Gebiet in der Alluvialzeit nochmals bei Hochfluth von den Elbwassern überschwemmt worden, denn die Gerölle bestehen vorwiegend aus
Milchquarzen, Kieselschiefern und gelben Feuersteinen, die noch
jetzt, wie schon mehrfach hervorgehoben, die hauptsächlichsten
Gesteine des Elbkieses bilden. Auch in der Umgebung der den Löss durchragenden Grandkuppen ist oft durch spätere Herabführung, sei es durch den Pflug oder durch Regengüsse, eine Vermischung des Grandes mit dem Löss eingetreten. Der humose Löss zeigt in solchen Gebieten oft eine sandige Ausbildung, während der ihn unterlagernde gelbe Löss feinstaubig ist. In anderen Gebieten dagegen, wo die kleinen Gerölle in der Ober
krume fehlen, ‚wie z. B.. in der nächsten Umgebung von Olven
1) Vergl. A. Neurıne, Die quatern. Faunen von Thiede und Westeregeln, Arch. f. Anthropol. Bd. X, pag. 359; Bd. XI, pag. 1.— Zeitschr. d. Deutsch. geol. Ges., 1880, pag. 468. Verhandl. d. Berl. anthropol. Ges., 1882, Heft 4.— Kosmos Bd. VII, 1883, pag. 173.— Geol. Magazine, Dec. I, Vol. X, pas. SI, 1883.