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Sonderheft 2, Zur Entstehungs und Wirkungsgeschichte Fontanescher Romane
Seite
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und auch die Kapitelüberschrift; über der ersten Seite steht statt dessen « Mathilde Möhring». Die Kapitel 9, 10 und 11 sind, von Fontanes Hand, in a und b geteilt (mit eigenen Umschlägen).

Die Kapitel 1-5, 6-10, 11-15 und 16-17 sind - offenbar nach dem Erwerb der Handschrift durch die Deutsche Staatsbibliothek - in stärkere Umschläge gelegt, die ihrerseits von einem weiteren Umschlag umschlossen werden. Auf dessen Vorderseite sind zwei Zettel mit folgendem Text aufgeklebt: «Ma­thilde Möhring » und « Frau Commerzienrätin oder ,Wo sich Herz zum Her­zen findt»; beide Titel hat Fontane geschrieben. Eine Marginalie von der Hand Hans Wegeners (damals Deutsche Staatsbibliothek) auf dem zweiten Zettel lautet: «Dieses Blatt war unter das obere geklebt.»

Auf dem Sammelumschlag für die Kapitel 1-5 ist ein weiterer Zettel auf­geklebt mit einer handschriftlichen Notiz von Emilie Fontane: «Leider nicht druckfertig. Mit Rührung gelesen, 31. Jan. 01. Die alte Fontane.» Darunter findet sich in der Handschrift des Dichters der Vermerk: « 1. Kapitel». Offenbar hat man seinerzeit in der Handschriftenabteilung der Deutschen Staatsbibliothek den jetzt fehlenden, damals vermutlich schon lädierten Um­schlag des ersten Kapitels zerschnitten.

Hinter dem 17. Kapitel schließlich liegen vier einseitig beschriebene Doppel­blätter mit Korrekturhinweisen.

Zweifellos hat es, im Gegensatz zu Ettlingers Angabe, bereits vor der vor­liegenden Niederschrift von « Mathilde Möhring » ein älteres Brouillon und ein Kapitelschema gegeben, von denen sich Reste im Manuskript erhalten haben. Fontane hat verschiedene Seiten dieser älteren Aufzeichnung zer­schnitten und in neuer Anordnung aufgeklebt (so auf den Blättern 87, 156 und 263), oder er hat die zerschnittenen Blätter aufgeklebt, um die freien Rückseiten zu benutzen (so auf Blatt 158). Überdies finden sich in den Kapi­teln 10 und 11, die ohnehin am stärksten korrigiert sind, Manuskriptteile, die frühere Szenenskizzen enthalten, aber nicht zum fortlaufenden Manu­skript gehören (Blatt 135-138, 166-167, 238 und 263).

Es ist zu vermuten, daß diese Teile älterer Vorarbeiten aus dem Januar 1891 stammen, das vorliegende Manuskript jedoch dürfte mit Sicherheit jene im Tagebuch erwähnte Niederschrift vom August/September 1891 sein. Die Korrekturen allerdings (mit Ausnahme der offensichtlich beim Schreiben ge­änderten Stellen) werden wohl aus einer späteren Arbeitsphase stammen, wohl, wie schon erwähnt, aus dem Jahre 1895 bzw. aus dem Winter 1895/96. Am Beginn dieser Etappe der Überarbeitung wird die erneute Lektüre ge­standen haben, nach der der Dichter offenbar jene knappe Charakteristik des Werkes niederschrieb, die am Schluß der Handschrift liegt und die für die Beurteilung des Romans recht bedeutsam ist. Diese Notizen lauten:

Im wesentlichen ist alles in Ordnung, auch das ist gut, daß Thilde schließ­lich - namentlich unmittelbar nach dem Tode Hugos - etwas von ihrer