Ob wir den Frieden und die Schmach erwählen,
Ob Krieg und Sieg vielleicht und ew’gen Ruhm. Falstaff: Ich halt es mit der Schmach und heilen Gliedern. Tier: Schon steht der Prinz von Cosrow kampfgerüstet An unsern Grenzen, und nicht eher denkt Des wilden Krieges Fackel er zu löschen,
Bis ich die Tochter, bis Eulalia ich
Ihm mir nichts dir nichts an den Hals geschmissen.
Idi weiß es wohl, die Männer sind jetzt rar,
Und alte Jungfern wuchern schier auf Erden,
Auch ist der Prinz ein ziemlich strammer Bursch Und Leutnant bei der Landwehr jüngst geworden, Doch jener Haß, der seit urew’gen Zeiten Die Fürsten Coserows und Liepewinkels Entzweite, heischt, mein Kind ihm zu versagen;
Jetzt eure Meinung, Liebe und Getreun.
Falstaff: Ich schlage vor, die Tochter ihm zu geben,
Ein Landwehrleutnant ist kein Pappenstiel,
Und wir behalten unsre heilen Glieder.
Kent: Der Tochter Wille mag hierin entscheiden;
Ich bin gewiß, ihr Liepewinkler Blut
Wird schon in Zorn bei dem Gedanken glühen,
Ein Coserower wag’s, um sie zu frein.
Tier: So sprich, Eulalia, frei denn von der Leber. Eulalia: Als ich noch im Flügelkleide Durch die Mädchenschule ging,
Ach, schon damals tauschten beide Liebe wir und Kuß und Ring.
Knabe war er noch an Jahren Und sein Kinn noch ohne Flaum,
Doch in Liebessachen waren Alte Schwiemels weiter kaum.
Wegen Faulheit hat man freilich Aus der Schule mich entfernt,
Ach, man wußte nicht, wie eilig Ich bei ihm, bei ihm gelernt.
Sprach er selbst doch: « So vollendet Gibst du, Süße, schon den Kuß,
Daß, da sich das Blatt gewendet,
Jetzt bei dir ich lernen muß. »
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