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Deutsche Rundschau.
Hornblendengranit, zusammengesetzt aus Quarz, einen oder zwei Feldspathen, dunklem Glimmer mit starker Thonerde und Eisengehalt, sowie mehr oder minder viel Hornblende. Unter den beiden Feldspathen wiegt der hellrothe, der früher für Orthoklas gehalten wurde, von Stelzner aber als Mikroklin erkannt worden ist, in der schönsten Abart des Gesteins, dem sogenannten Rosengranit, vor*).
Der auffallende spiegelnde dunkle Ueberzug, der viele Granitblöcke in der Nähe des Wassers bedeckt, und dessen Aussehen wir bei der Beschreibung der Fahrt, in der Feluka, mit der schwarzen Oberfläche einer verdunstenden Lache verglichen, auf der bisweilen die Farben des Prisma schimmern, finden sich auch bei den anderen Katarakten wieder und ist von A. von Humboldt an den Wasserfällen des Orinoko bemerkt worden. Hartmann vergleicht seinen Glanz mit dem eines viel gebrauchten Bügeleisens und sucht seine Entstehung zu erklären. Andere legten derselben andere Ursachen zu Grunde, doch ist es uns hier auf dieselben einzugehen versagt. Jedenfalls gehört dieser dunkle, spiegelnde Ueberzug zu den charakteristischen Wahrzeichen der Kataraktenufer. Seine Bildung dauerte noch in historischer Zeit fort; denn er breitet sich auch über einzelne Inschriften, die dadurch, besonders im Sonnenschein, schwer lesbar werden.
In gerader Linie mißt die Gegend des ersten Kataraktes etwa sieben Kilometer. Bei Aswän-Syene beginnt sie im Norden. Dieser, von schönen Palmenhainen beschatteten Stadt gegenüber liegt (im Westen derselben) die berühmte Insel Elephantine. Sie hat die Gestalt eines Lavendelblattes, und ihr Name ist nur die Uebersetzung des altägyptischen Ab, was Elephantenstätte oder -Insel bedeutet. Das weitaus interessanteste der auf ihrem Boden erhaltenen Denkmäler ist der Mikjäs oder Nilmesser, den schon Strabo beschrieb und den der ägyptische Hofastronom Mahmud Be 1870 wieder nutzbar machte. Das berühmteste Monument von Syene ist noch nicht wieder aufgesunden worden. Es war der zu Mittag schattenlose Brunnen, der durch diesen Umstand bewies, daß er unter dem Wendekreise liege. Gegenwärtig trifft dies nicht mehr zu; denn der Wendekreis des Krebses ist weiter nach Süden gerückt; im vierten Jahrhundert v. Ehr. aber — der Leipziger Astronom Bruhns hat uns dies durch Nachrechnung bestätigt — erhob sich Syene genau unter demselben, und spätestens um diese Zeit muß man also die Schattenlosigkeit des Brunnens bemerkt haben, die im dritten Jahrhundert v. Ehr. durch Eratosthenes eine besondere Wichtigkeit erlangte, da sie ihn auf diejenige Methode der Erdmessung führte, welche heute noch gültig ist, auf die wir aber nicht weiter eingehen können, zumal wir ihrer an einer anderen Stelle eingehender gedachten. In dieser Zeit, welche so viel verloren Geglaubtes wieder dem Erdboden entsteigen sieht — wir erinnern nur an die Mumien des größten Pharaonen und die der Oberpriester des Amon zu Der el- Bahri in Theben — ist es Wohl möglich, daß auch der berühmte Brunnen wieder aufgesunden wird. 1886 wurden die Grüfte der vornehmsten Herren des Gaues von Elephantine entdeckt und eröffnet, und zwar in Folge von Grabungen, welche von dem Consularagenten Mustapha Schakir begonnen, auf Anlaß des
Feldspath und Quarz treten zuweilen in Adern oder Gängen auf. An accessorischein Gestein bemerkte schon Delesse Titanit, Eisenkies, Magneteisen und sehr selten Granit in Rhomben- dodekaädern- Schneider fand dazu Titanit, Anatas, Pistazit, Orthit, Chlorit und Eisenkies. Stelzner wies Apatit, Haematit und Zirkon nach.