Maritime Trugschlüsse.
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Die Marinepolitik aller Staaten der Welt ist namentlich in technischer Beziehung in den letzten drei Jahrzehnten den radicalsten Schwankungen unterworfen gewesen. Das war selbstredend ein unerschöpfliches Füllhorn für Kritiker aller Art, von der guten wie von der bösen Sorte.
In einer solchen Zeit gibt es kein der Ausbeute fähigeres Gebiet als z. B. die Lehre von dem Veralten der Schiffe. Wie lange wird es dauern, bis auch die „dreifache Expansion" der Maschinen durch etwas Neues überboten wird, so daß die gesammte Rhederei, die des Krieges und des Handels, vor einem veralteten System steht. Aber welchem ruhig denkenden Menschen würde die Folgerung einleuchten, daß man sich so lange mit Segeln zu behelfen habe? Nicht ganz unähnlich liegt die Frage der Panzerschiffe, und in allen Staaten hat die Kritik darin unerschöpflichen Stoff gesunden.
Es ist neuerdings unter dem Titel „Unsere Marine in der zwölften Stunde", eine vortreffliche Schrift erschienen, die, statistisch genau belegt, einen nicht günstigen Vergleich der unsrigen mit anderen Flotten aufstellt. Es wird in dem anonymen Verfasser Wohl nicht ein Seeosficier zu suchen sein; ein solcher würde größere Neigung gehabt haben, im Punkte der Schnelligkeit der Schiffe die praktischen Bedenken des Marinestaatssecretärs zu theilen; der Letztere behauptete, die für fremde Flotten veröffentlichten Fahrtangaben beständen in der Hauptsache nur auf dem Papier; aber auch sonst sei die Gewinnung der Fahrtangaben auf ganz verschiedene Factoren begründet. Beide Behauptungen sind richtig H.
So ist bei den jüngsten Verhandlungen im Reichstage der politische Ursprung der Flotte einmal wieder erwähnt worden. Keine Partei will ihn sich nehmen lassen. Im Allgemeinen nimmt man an, der Liberalismus habe die Flotte geschaffen. Die Behauptung ist nicht ganz unwahr, sie ist aber auch nicht ganz zutreffend. Von den vorhandenen Parteien hat keine einzige den ausschließlichen Antheil.
Die Zeit der Schöpfung fällt mit der Märzrevolution zusammen, und das ist der Hauptvorwand für jene politische Pathenschaft. Sieht man genau hin, so hatten weder die Heppenheimer noch die Offenburger eine Flotte in ihrem Programm, noch weniger allerdings die Metternich'sche Schule.
Wenn jemals eine Einrichtung der unwiderstehlichen Macht der Verhältnisse ihren Ursprung verdankt, so ist es die deutsche Flotte. Und wenn jemals der Beginn einer neuen Schöpfung an der Unfähigkeit aller Parteien gescheitert ist, so war es wiederum die Flotte.
Wäre jener so übel beurtheilte ideale Zug Friedrich Wilhelm's IV. und das noch idealere Streben des Prinzen Adalbert nicht gewesen, so hätten wir aller Wahrscheinlichkeit nach auch heute noch keine Flotte; und es steht zur Frage, ob der Liberalismus von heute sie schaffen würde. Gegen früher haben die Ansichten über die Bedeutung einer Flotte sich wesentlich geändert; die Verhandlungen des
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in seiner Schrift als die besten bezeichnten französischen Schiffe.