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Deutsche Rundschau.
Auch die Fritz Müller betreffende Nachricht ist betrübend — das heißt fall« er seine Instrumente und Bücher eingebüßt hat. Ich habe ihn längst sür den bester Beobachter in der Welt angesehen. Ich habe an seinen Bruder Hermann geschrieben um zu erfahren, ob er viele Verluste erlitten hat, und ob er, zu wissenschaftliche! Zwecken, mir erlauben würde, ihm bei dem Ankauf von neuen Mikroskopen u. s. w zu helfen.
Ich weiß nicht, wann ich je so sehr erstaunt gewesen bin, wie über Ihren Berich von dem Krebsthier, welches seine Beine durch die einer Ahnenform ersetzt- Versteh ich den Fall, so handelt es sich um eine Art localisirten Rückschlags. Dieses schein mir die Hypothese der Pangenesis zu stützen, welche kaum irgend welche Freunde i dieser Welt hat.
Ich kann mir vorstellen, daß eine kleine Ansammlung von Molekülen (das ff einer von meinen imaginären Keimlingen) in einem Organismus eine fast unbeschräw lange Zeit hindurch latent bleiben kann; aber ich denke, es wird schwierig fürHaecke sein, Andere glauben zu machen, daß gewisse Moleküle, aus denen der Körper am gebaut ist, in einer eigenthümlichen Weise während zahlloser Generationen zu vibrire sortgefahren haben, so daß sie, wenn die Gelegenheit (sich) bietet, eine ancestra Extremität bilden. Wenn ich mich recht erinnere, ist der reproducirte Schwanz di Eidechse von dem normalen Schwanz verschieden. Ich habe einen ein klein wem analogen Fall mitgetheilt, nämlich den eines Huhnes, welches, als es unfruchtbl wurde, das männliche Gefieder einer ancestralen Rasse, und nicht ihrer eigenen Raff annahm. — Aber ich beabsichtigte nicht, Sie mit meinen Vorstellungen u. s. w. i Betreff der Pangenesis zu behelligen. —
Mein werther Herr, Ihr ergebener
Charles Darwin.
Die in diesem Briefe bezüglich der Zeitschrift siir Entwicklungslehre m einheitliche Weltanschauung „Kosmos^ ausgesprochene Befürchtung, sie wer schon damals aufhören zu erscheinen, bewahrheitete sich erst sechs Jahre spät« nach Vollendung des neunzehnten Bandes, im Jahre 1886, als ein besonder Organ zur Befestigung und Verbreitung des Darwinismus nicht mehr Bedürfn war. Er war befestigt und verbreitet. Auch trat vr. E. Krause nicht 18k sondern erst 1882 von der Redaction zurück — lediglich aus Gesundheitsrücksicht — und von da ab war Professor B. Vetter in Dresden der Herausgeb Im Jahre 1880 ging aber der Verlag von Günther-Alberts in Leipzig c Schweizerbarth in Stuttgart über, drei Jahre nachdem ersterer in der uneigl nützigsten Weise diese einzige Darwinistische Zeitschrift in Deutschland 1877 i Leben gerufen hatte. Zu ihren Mitarbeitern gehörten vom Anfang an un vielen Änderen Ernst Hackel in Jena, S. Günther in Ansbach, Fritz Müller Rio de Janeiro und dessen Bruder Hermann Müller in Lippstadt, Ludwig No in Mainz, L. Pfaundler in Innsbruck, Oskar Schmidt in Straßburg, Eilh< Schulze in Gratz, jetzt in Berlin, E. Strasburger in Jena, jetzt in Bo Moritz Wagner in München, später auch I. Delboeuf in Lüttich, Th. t Heldreich in Athen, Th. Huxley in London, Sir John Lubbock ebenda, O. Marsh in New-Haven, Herbert Spencer in London, A. Weismann in Freibr
Schon aus diesen Namen erkennt man die starke Betheiligung von Vertret der wissenschaftlichen Zoologie, Botanik, Physik, Psychologie, Paläontolo Philosophie. Aber auch die Physiologie und Anatomie, die Anthropologie i Thier- und Pflanzengeographie, die Kosmologie und Geologie und verwcn