‘worfen. War da eine Unebenheit des Bodens? Lag da ein Stein? War er mit dem Pantoffel umgewrickt? Nichts von alledem. Peter Tanck sagte leise und ganz ergeben:„Ich wollte dich noch zurückreißen. Sahst du denn nichts?“—„Was denn?“ fragte hristian Peters.„Du bist über einen Sarg gefallen“, erwiderte er andere. Da bereute er auch schon, daß er dem Drang zur Mitilung für dieses Mal nachgegeben hatte, und gequält und zitternd, wie geschüttelt von Schauern, die aus einer anderen Welt herüberwehen, bat er:„Sage keinem Menschen davon! Ich spreche nst nie über das, was ich manchmal so sehen muß. Schweige! ersprich es mir!“— Eine Woche später wurde der Sarg des auern von der Hofstätte getragen, vor deren Einfahrt Es meien Großvater hingeschlagen hatte. Als Peter Tanck in seinem Grabe ruhte, fühlte der Großvater ch von der Schweigepflicht befreit, und wieder um des Belehrens illen erzählte er von dem Mann, dem es gegeben war, manchal einen Blick zu tun in das, was nach Gottes Willen dem enschen verborgen bleiben soll. Hinter jedem steht eine Uhr ufgerichtet, deren Zifferblatt wir nicht sehen. Der Gang nur es Perpendikels hallt wider im Schlag unseres Herzens. Wir issen nichts vom Stand der Stunde, von unserer eigenen nichts nd nichts von der der anderen. Die Glockenschläge dringen nicht an unser Ohr. Peter Tanck aber vernimmt hin und wieder das asselnde Geräusch, mit dem sich im Uhrwerk die Vollendung der tunde ankündigt. Dann schlägt eine Geisterhand das schwarze Tuch vom Zifferblatt zurück, und immer hat es dann„angesagt u zwölf“. Der kleine Zeiger hat die Runde, die ihm vorgeschrien war, bald, sehr bald vollendet; gleich wird die letzte Stunde chlagen; die Geisterhand greift an das Perpendikel, der Schlag etzt aus— und ein Mensch ist hinüber. Die Möglichkeit eines so unmenschlichen Wissens konnte mein Großvater nicht leugnen. Aber der damit Begabte war ihm ein Gezeichneter mehr als ein Ausgezeichneter, und die Gabe ist nicht n schöner Offenheit aus Gottes offenbarender Hand gekommen, sondern ihm von Dämonen heimlich zugesteckt worden. Er trägt sie wider Willen und mit bösem Gewissen. Gegenüber einer Ver_ wirrung nun, die im Gefüge der Welt— Gott sei Dank!— Einzelfall bleibt, nahm sich mein Großvater mit Beharrlichkeit der
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